Montag, 25. Mai 2020

Italiens Regierung befürchtet soziale Revolten wegen Corona

Die italienische Regierung befürchtet soziale Revolten als Folge der Coronavirus-Epidemie und der daraus resultierenden Krise. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Stützungsmaßnahmen rasch gezahlt werden. Die Gefahr ist ansonsten, dass die Wut der Bürger ausbricht und das müssen wir verhindern“, sagte Innenminister Luciana Lamorgese in einem Interview mit RAI 2 am Sonntagabend.

92 Prozent der Gastronomiebetriebe in Italien waren mit ihren Einnahmen in der ersten Woche nach Ende des Lockdowns unzufrieden.
92 Prozent der Gastronomiebetriebe in Italien waren mit ihren Einnahmen in der ersten Woche nach Ende des Lockdowns unzufrieden. - Foto: © ANSA / Matteo Corner
Besonders unter Druck geraten sind Restaurants, Pizzerien und Gasthäuser. 92 Prozent waren mit ihren Einnahmen in der ersten Woche nach Ende des Lockdowns unzufrieden. Auch Friseure und Kosmetiksalons stöhnen wegen der negativen Auswirkungen der Corona-Sicherheitsvorkehrungen, geht aus Angaben des Handelsverbands Confcommercio hervor.

Italien unternahm am Montag einen weiteren Lockerungsschritt. So öffneten in fast allen Regionen Sportzentren und Schwimmbäder, allerdings mit strengen Vorsichtsmaßnahmen. So auch in Südtirol gemäß Landesgesetz Nr. 4 vom 08.05.2020 . Ausnahme ist die Lombardei, in der Sportzentren erst am 31. Mai öffnen. Die kommunalen Schwimmhallen in Bologna etwa bleiben bis Ende Mai geschlossen.

Schwimmhallen und Sportzentren müssen die Social-Distancing-Vorschriften rigoros einhalten. In Sporthallen sollen es mindestens 2 Meter sein, in Schwimmbädern müssen 7 Quadratmeter eingehalten werden. Geräte in den Sporthallen müssen desinfiziert werden, nachdem sie genutzt wurden.

Die italienische Regierung will 60.000 „zivile Assistenten“ mit der Aufgabe einsetzen, die Berücksichtigung der Sicherheitsprotokolle in der „Phase 2“ zu kontrollieren. Zu „zivilen Assistenten“ sollen freiwillige Arbeitslose sowie Bezieher von Grundeinkommen und anderen Stützungsmaßnahmen aufrücken, kündigte Regionenminister Francesco Boccia an.

apa/stol