„Wir sprechen von einer großen italienischen Gruppe, die ein Erbe dieses Landes ist. Als Regierung werden wir Schritte prüfen, um die Existenz von Mediaset sicherzustellen. Es handelt sich um eine feindliche Übernahme“, kommentierte Guerini. Industrieminister Carlo Calenda bestätigte, dass die Regierung die Entwicklungen um Mediaset genau beobachte. Auch er bezeichnete Vivendis Vorgehen als „feindliche Übernahme“. „Ausländische Investitionen sind in Italien willkommen. Mediaset handelt jedoch in einem strategischen Bereich. Dieses Prinzip ist auch in Frankreich anerkannt und wird verteidigt“, so Calenda.Vivendi hat Anteil aufgestocktTrotz heftiger Proteste aus Italien hat Vivendi am Mittwoch seinen Anteil an Mediaset auf 20 Prozent aufgestockt. Der Konzern will zukaufen, um zum zweitstärksten Aktionär von Mediaset aufzurücken. Mediasets Mutterkonzern Fininvest erklärte, er habe seinen Anteil an Mediaset aufgestockt, um die feindliche Übernahme durch die Franzosen abzuwenden. „Unsere Familie ist geschlossen. Wir werden nicht zulassen, dass jemand unsere Unternehmerrolle beschneidet“, schrieb Silvio Berlusconi in einer Presseaussendung am Mittwochabend.Berlusconi vs. BolloreDamit ist eine offene Schlacht zwischen Berlusconi und Vivendi-Chef Vincent Bollore ausgebrochen. Zwischen den beiden sind die Beziehungen bereits seit Monaten gespannt. Im Sommer ließ Vivendi eine schon vereinbarte Übernahme des zu Mediaset gehörenden Pay-TV-Senders Premium platzen. Vivendi bezweifelte plötzlich die finanzielle Bewertung und wollte nun lieber 15 Prozent an der ganzen Gruppe. Mediaset lehnte ab und verklagte Vivendi auf Schadenersatz von 570 Mio. Euro.Zusammenarbeit gescheitertEigentlich wollten die Unternehmen eine gemeinsame Plattform zum weltweiten Vertrieb von TV-Inhalten schaffen. Italienische Medien hatten von einem „europäischen Netflix“ gesprochen. Doch der Deal ist gescheitert. Bollore will jetzt mit einer feindlichen Übernahme bei Mediaset das Sagen haben. Ob er es schafft, ist fraglich.apa