Freitag, 09. August 2019

Italiens Regierungskrise belastet Bankenaktien

Der drohende Bruch der Koalition in Italien verschreckt Bankanleger in Europa. Der italienische Bankenindex brach am Freitag um mehr als 4 Prozent ein und notierte so niedrig wie seit Mitte Juni nicht mehr. Die Papiere der größten Bank des Landes, der Bank-Austria-Mutter UniCredit, fielen um 5 Prozent.

Italiens Regierungskrise hat auch Auswirkungen auf die Bankenaktien.
Italiens Regierungskrise hat auch Auswirkungen auf die Bankenaktien. - Foto: © shutterstock

Auch in Deutschland gaben die Bankaktien nach. Die Titel der Commerzbank verloren zeitweise mehr als 3 Prozent, die der Deutschen Bank gut 2 Prozent. Einem Händler zufolge reagierten sie auf den Kursrutsch bei den italienischen Staatsanleihen, von denen insbesondere die Commerzbank über hohe Bestände verfüge.

Italiens Innenminister und Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, hatte das Bündnis mit der populistischen 5-Sterne-Bewegung für arbeitsunfähig erklärt und Neuwahlen gefordert. Investoren zogen sich daraufhin aus den italienischen Staatsanleihen zurück.

Der Renditeaufschlag der zehnjährigen italienischen Papiere zu den vergleichbaren deutschen Staatsanleihen schnellte auf 229 Basispunkte nach oben und war damit so hoch wie seit Anfang Juli nicht mehr.
Christoph Rieger, Zinsstratege von der Commerzbank, zeigte sich über das Ausmaß etwas überrascht.

Allerdings sollte jeder, der die Entwicklungen in Italien verfolge, nicht gänzlich auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. „Die Unsicherheit spricht für höhere Risikoaufschläge, aber sobald die Unsicherheit sich gelegt hat, dürfte eine neue Mitte-Rechts-Regierung wohl keine Fiskal- und Wirtschaftspolitik verfolgen, die schlechter als die der aktuellen Regierung ist.“

apa/reuters

stol