Dienstag, 19. Mai 2020

Italiens Restaurants beklagen starken Umsatzrückgang

Mit der Lockerung der Ausgangssperre können die Italiener wieder Lokale besuchen, doch strenge Vorsichtsmaßnahmen und sinkender Konsum seitens der Familien werfen einen dunklen Schatten auf die Zukunftsperspektiven der italienischen Gastronomie.

Die Gastronomie in Italien rechnet bis Ende 2020 mit Verlusten in der Größenordnung von 34 Milliarden Euro.
Die Gastronomie in Italien rechnet bis Ende 2020 mit Verlusten in der Größenordnung von 34 Milliarden Euro. - Foto: © shutterstock
Der Landwirtschaftsverband Coldiretti beklagte einen Rückgang von 80 Prozent im Umsatz von Restaurants seit Beginn der Epidemie. Schon vor 2 Wochen hatte die Gastronomie im Take-away-Modus geöffnet. Seit Montag sind Lokale Gästen wieder zugänglich, dabei muss jedoch auf Social Distancing, also das Abstandhalten von Mensch zu Mensch, geachtet werden. Kunststädte wie Rom, Florenz und Venedig beklagen die Abwesenheit italienischer und ausländischer Touristen.

Vor Beginn der Coronavirus-Epidemie konsumierten die Italiener 35 Prozent ihrer Speisen außer Haus, was für die Gastronomie 84 Milliarden Euro Umsatz bedeutete. Die Probleme der Gastronomen wirken sich negativ auf die Lebensmittelproduktion aus, beklagte Coldiretti.
„Während der Kleinhandel gut gestartet ist, melden die Restaurants größere Probleme, denn sie sind mit strengen Vorsichtsmaßnahmen konfrontiert“, kommentierte der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala.

350.000 Jobs gefährdet

Die Gastronomie in Italien rechnet bis Ende 2020 mit Verlusten in der Größenordnung von 34 Milliarden Euro. 50.000 Lokale könnten schließen, 350.000 Jobs seien gefährdet, warnte der Generaldirektor des Gastronomieverbands FIPE, Roberto Calugi.

Am Montag hatte es in Italien weitere Lockerungen der Maßnahmen mit dem Neustart von Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus gegeben. Restaurants, Bars und Friseursalons konnten wieder öffnen – 2 Wochen früher als ursprünglich geplant. Die Italiener dürfen auch wieder Freunde und Gottesdienste besuchen. Versammlungen größerer Gruppen bleiben vorerst verboten. Mehr Bewegungsfreiheit zwischen den Regionen wird es erst ab 3. Juni geben. Ab diesem Datum können auch Ausländer wieder nach Italien reisen, ohne sich danach einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen zu müssen.

apa