Samstag, 29. September 2018

Italiens Schuldenpläne führen zu Aktiensturz

Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag einheitlich mit Kursverlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 50,59 Einheiten oder 1,47 Prozent auf 3.399,20 Zähler. Vor allem die neuen Schuldenpläne Italiens haben sich für Europas Aktienmärkte vor dem Wochenende als Belastungsfaktor erwiesen.

Schuld am Kursverlust sind vor allem die neuen Schuldenpläne der italienischen Regierung.
Schuld am Kursverlust sind vor allem die neuen Schuldenpläne der italienischen Regierung. - Foto: © shutterstock

Besonders deutlich fielen die Verluste in Mailand aus, wo Bankenwerte unter Druck gerieten. Der dortige Leitindex FTSE MIB rutschte am Sitzungsende um 3,7 Prozent ab.
Die Regierung in Rom zurrte ihre Finanzplanung fest, die ein Haushaltsdefizit für die kommenden drei Jahre von 2,4 Prozent vorsieht.

Die Regierungsparteien Lega und Fünf Sterne setzen damit auf eine höhere Neuverschuldung als zunächst vom parteilosen Finanzminister Giovanni Tria vorgesehen. Dieser wollte die Neuverschuldung auf 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzen.

Papiereinbruch um bis zu 10 Prozent

Ein Branchenvergleich in Europa zeigte Finanzwerte als größte Verlierer. Sie litten insbesondere unter dem starken Anstieg der Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen, deren Kurse im Gegenzug deutlich fielen. Die Entwicklung trifft viele Finanzhäuser, die italienische Staatsschulden horten.

In Mailand wurden Aktien einiger Banken zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt. Die Papiere waren zu diesem Zeitpunkt um bis zu zehn Prozent eingebrochen. Am Sitzungsende zeigten sich die Aktien von Banco Bpm 9,4 Prozent im Minus. UniCredit verloren 6,7 Prozent.

dpa

stol