Im Fußball geht es neben sportlichem Ruhm und Ehre auch um Geld – um viel Geld. Der Weltfußballverband (FIFA) nimmt dank Ticketverkäufen, Sponsoren, TV- und Lizenzrechten Milliarden ein. Weil mehr Spiele auch mehr Einnahmen bedeuten, hat die FIFA das Teilnehmerfeld der heurigen WM von 32 auf 48 Teams aufgestockt – statt 64 gibt es 104 Spiele. Die FIFA rechnet daher laut eigenen Angaben mit einem Umsatz von 10,9 Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro). <BR /><BR />Am Spektakel verdienen jedoch nicht nur die FIFA, sondern auch viele weitere Branchen mit – und nicht zuletzt die nationalen Fußballverbände. Entsprechend schmerzhaft ist die verpasste WM-Qualifikation für den italienischen Verband FIGC.<h3> 50 Millionen Euro Verlust für Fußballverband</h3>Eine Studie von Unimpresa beziffert den Gesamtschaden für den Verband auf rund 50 Millionen Euro. Darin enthalten sind die FIFA-Mindestprämie von 9 Millionen Euro sowie weitere Millionen, die bei einem Einzug in die K.-o.-Runden erzielt worden wären. Hinzu kommen die 9,5 Millionen Euro Vertragsstrafe des Sponsors Adidas für die verpasste WM. Zudem rechnet die Studie mit Einnahmeverlusten von rund zehn Millionen Euro aus dem Verkauf von Trikots und Fanartikeln.<h3> Wenig profitables Geschäft für TV-Sender</h3>Das Fehlen der „Azzurri“ könnte aber auch für die Fernsehsender, die die TV-Rechte für Millionen Euro erworben haben, zum Fiasko werden. Spielt Italien nicht mit, drückt dies nicht nur die Zuschauerzahlen, sondern schreckt auch Werbekunden ab. Allein für den öffentlich-rechtlichen Sender Rai schätzt die Unimpresa-Studie die Mindereinnahmen auf rund 25 Millionen Euro.<h3> Flaute in den Bars</h3>Den größten wirtschaftlichen Schaden erwartet Unimpresa jedoch im Gastgewerbe. Nach Berechnungen des Wirtschaftsverbandes Confcommercio lockt ein WM-Spiel der Nationalmannschaft im Schnitt 2,7 Millionen Menschen aus dem Haus, die das Match in einem Lokal verfolgen. Geht man von fünf Spielen aus – drei in der Gruppenphase und zwei in der K.-o.-Runde – und legt pro Person Ausgaben von 25 Euro zugrunde, ergibt sich ein Einnahmenausfall von 330 Millionen Euro. Eine Summe, die sich auf Tausende Bars und Restaurants verteilt.<BR /><BR />Der wirtschaftliche Schaden macht sich auch in zahlreichen weiteren Bereichen bemerkbar. Unimpresa rechnet im Sportwettensektor mit Einbußen von rund 15 Millionen Euro, im Handel mit Elektronikgeräten und Fanartikeln sogar mit Verlusten von etwa 30 Millionen Euro. Unterm Strich kommt Unimpresa auf einen geschätzten Schaden von rund 500 Millionen Euro.