Mehrere staatliche Verbände, darunter der Handwerkerverband Confartigianato, hätten rechtliche Schritte für die Rückerstattung der Sistri-Gebühren eingeleitet, so der LVH am Donnerstag in einer Aussendung. Die Betriebe sollen die bereits eingezahlten Jahresbeiträge für das geplante, aber nie funktionstüchtige elektronische Abfallmeldesystem vom Staat rückerstattet bekommen. Dies teilten die Verbände Confartigianato, CNA, Casartigiani und Confesercenti in einer gemeinsamen Erklärung mit. Der LVH begrüßt die Initiative der Verbände, damit die Betriebe die entzogenen Geldmittel wieder zurück erhalten.Rund 70 Millionen Euro einbezahltDen Zahlen der Verbände zufolge haben in den zurückliegenden zwei Jahren 325.470 italienische Unternehmen eine Summe von 70 Millionen Euro für Jahresgebühren und den Erhalt der elektronischen Hilfsmittel – USB-Stick und Fahrtenschreiber (Black Blox) – aufwenden müssen. Die Einschreibung in das Sistri-System ist auch für Tausende Betriebe in Südtirol Pflicht. „Bekanntlich ist das Sistri-System aber bis heute nicht funktionstüchtig“, ärgert sich LVH-Präsident Gert Lanz. „Die Betriebe haben somit unnötig Geld ausgeben müssen, aber keinerlei Leistung dafür erhalten – und das in einer Zeit steigender Kosten und sinkender Wettbewerbsfähigkeit in Italien“, sagt Lanz.LVH für Überarbeitung des SystemsDerzeit befindet sich das gesamte Sistri-System in einer technischen Überprüfungsphase durch das Umweltministerium. „Wir treten über unsere Dachverbände für eine tiefgreifende Überarbeitung des Systems ein, damit Aufwand und Kosten reduziert und Kleinstbetriebe von der Sistri-Pflicht ausgenommen werden, die ohnehin mit den derzeitigen Problemen des Landes zu kämpfen haben“, sagt LVH-Präsident Lanz.