Es handelt sich dabei um die erste Überweisung nach der Neuverhandlung der Auflagen durch die Anfang Mai eingesetzte neue Mitte-Links-Regierung in Bukarest. Der nächste, sechste Evaluationsbesuch wird ab Ende Juli stattfinden.Insgesamt beträgt der sogenannte „Präventivkredit“ vom IWF, der nur im Notfall abgerufen wird, 3,5 Mrd. Euro. Dazu kommen 1,4 Mrd. Euro von der EU und 400 Mio. Euro von der Weltbank.„Die Entscheidung des IWF zeigt, dass die Regierung sich für die Einhaltung des IWF-Abkommens einsetzt“, erklärte Rumäniens IWF-Vertreter Mihai Tanasescu gegenüber „Mediafax“. Auch die Regierung selbst betonte in einer Aussendung, dass die Freigabe der Kredittranche „eine solide Bestätigung für die Regierungspolitik“ darstelle.Zu den wichtigsten Auflagen, die Rumänien mit dem IWF vereinbarte, gehören die Einführung eines privaten Managements bei staatlichen Unternehmen sowie Teilprivatisierungen, vor allem durch Börsengänge oder den Verkauf von Mehrheits-Aktienpaketen. Demzufolge wird die Regierung öffentliche Angebote für jeweils 15 Prozent der Gaskonzerne Transgaz und Romgaz, zehn Prozent der Atomstromgesellschaft Nuclearelectrica, ein Mehrheitspaket der Bahngesellschaft CFR sowie zehn Prozent des Stromerzeugers Hidroelectrica ausschreiben.Hidroelectrica kann jedoch nicht mehr privatisiert werden, weil das Unternehmen kürzlich Insolvenz angemeldet hat. Bis zum Jahresendesollen zudem 20 Prozent der Fluggesellschaft Tarom an die Börse gebracht werden. Auch stehen eine umfassende Gesundheitsreform und die Liberalisierung des Gas- und Strompreises aus.Zudem vereinbarte die Regierung mit den internationalen Kreditgebern ein Defizitziel von 2,2, Prozent des BIP, das heuer auf 607,5 Mrd. Lei (etwa 135 Mrd. Euro) geschätzt wurde.