Dienstag, 14. März 2017

IWF-Chefin Lagarde warnt vor Protektionismus und Abschottung

Im Vorfeld des Finanzministertreffens der G-20-Gruppe hat IWF-Chefin Christine Lagarde vor einem politischen Kurs gewarnt, der die Handelsbeziehungen in Turbulenzen bringen und die Migration von Arbeitskräften behindern würde.

IWF-Chefin Christine Lagarde
IWF-Chefin Christine Lagarde - Foto: © LaPresse

Solche Maßnahmen würden „Produktivität, Einkommen und Lebensstandards aller Bürger“ beschädigen, erklärte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds am Dienstag in Washington. Die Finanzminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer tagen am Freitag und Samstag in Baden-Baden.

Lagardes Botschaft richtete sich offenkundig insbesondere an die Regierung von US-Präsident Donald Trump, der pauschale Einreiseverbote für Bürger muslimischer Länder sowie Flüchtlinge erlassen hat und in der Handelspolitik einen protektionistischen Kurs verfolgt.

„Wir sollten selbst zugefügte Verletzungen vermeiden“, erklärte die IWF-Chefin. Dies bedeute, eine Politik zu vermeiden, die „Handel, Migration, Kapitalflüsse und den Austausch von Technologien über die Grenzen hinweg ernsthaft untergräbt“.

Lagarde hob hervor, dass sich die Weltwirtschaft zwar auf dem Weg der Genesung befinde. Doch wäre es eine falsche Annahme, dass sie „automatisch“ zu einem gesunden Zustand zurückkehren werde.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte im Jänner ein globales Wachstum in diesem Jahr von 3,4 Prozent vorhergesagt, was eine Verbesserung von 0,3 Punkten im Vergleich zum Vorjahr wäre. Für 2018 rechnen die Washingtoner Experten mit einem weltweiten Wachstum von 3,6 Prozent.

apa/afp

stol