Sonntag, 08. Mai 2016

IWF fordert Eurozone zu Schuldenerleichterungen für Griechenland auf

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Länder der Eurozone in einem Brief aufgefordert, unverzüglich Verhandlungen über Schuldenerleichterungen mit Griechenland aufzunehmen. Entsprechende Informationen der „Financial Times“ bestätigte am Freitag ein IWF-Sprecher in Washington.

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„Ich kann bestätigen, dass es den Brief gibt“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Den Bericht der Zeitung bezeichnete er als „zutreffend“.

Schuldenerleichterungen müssten nun „sofort auf den Tisch“, schrieb IWF-Chefin Christine Lagarde der „Financial Times“ zufolge an die 19 Eurozonen-Länder. Andernfalls stehe die Beteiligung des IWF am dritten Hilfsprogramm für Griechenland in Frage. Die Finanzminister der Eurozone treffen sich am Montag.

Die Gespräche über weitere Haushaltseinsparungen in Griechenland in Höhe von drei Mrd. Euro seien fruchtlos. Die Vereinbarung mit der EU, mittel- und langfristig einen Haushaltsüberschuss (ohne Schuldendienst) von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erwirtschaften, sei unrealistisch.

Dieses Ziel müsse auf 1,5 Prozent nach unten korrigiert werden. „Machen wir uns nichts vor – dieses höhere Ziel wäre nicht nur sehr schwer zu erreichen, es wäre möglicherweise auch kontraproduktiv“, schrieb Lagarde. Um 3,5 Prozent zu erreichen, müsste Griechenland noch heftiger sparen.

Das neue Hilfspaket hat einen Umfang von bis zu 86 Mrd. Euro. Griechenland braucht im Juli frisches Geld, wenn es Milliardenkredite zurückzahlen muss. Bisher ist der IWF nicht an Bord.
Vor allem Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble fordert, dass der IWF beim dritten Griechenland-Paket mit von der Partie sein soll. Deutschland lehnt aber einen Schuldenschnitt ab.

apa/dpa

stol