Mittwoch, 08. September 2021

Japans Wirtschaft stärker gewachsen als erwartet

Die japanische Wirtschaft ist heuer im zweiten Quartal stärker gewachsen als bisher angenommen.

Erholung von der Coronakrise langsamer als in anderen Industrieländern.
Erholung von der Coronakrise langsamer als in anderen Industrieländern. - Foto: © APA/AFP / KAZUHIRO NOGI
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)) legte von April bis Juni mit einer Jahresrate von 1,9 Prozent zu, wie die Regierung am Mittwoch in Tokio mitteilte. Eine erste Schätzung hatte lediglich ein Plus von 1,3 Prozent ergeben.

Die Korrektur wurde vor allem deshalb notwendig, weil die Unternehmen mehr investierten als zunächst angenommen. Dennoch hinkt die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bei der Erholung von der Coronakrise hinterher.

„Japans Aufschwung reicht nicht an den der anderen Industrieländer heran“, sagte der Chefvolkswirt des Instituts Norinchukin, Takeshi Minami. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr um 0,5 Prozent zum Vorquartal, während etwa Deutschland ein Plus von 1,6 Prozent schaffte. „Bis zu einer vollständigen Erholung wird es noch bis mindestens Anfang kommenden Jahres dauern“, sagte Minami.

Engpässe bei Halbleitern

Engpässe bei Halbleitern machen den japanischen Autobauern und anderen Exporteuren zu schaffen, während es zugleich Hinweise auf eine nachlassende Konjunktur beim wichtigen Handelspartner China gibt. Steigende Coronainfektionen könnten zudem die Kauffreude der Verbraucher im Sommer getrübt haben.

Hinzu kommt nun auch politische Unsicherheit. Der weitgehend glücklos agierende Regierungschef Yoshihide Suga tritt nach nur einem Jahr im Amt ab. Er war wegen seiner Coronapolitik in die Kritik geraten und hatte dramatisch an Popularität verloren. Der 72-Jährige kündigte vorige Woche an, er werde sich Ende September nicht um eine Wiederwahl als LDP-Chef bemühen. Die Nachfolge Sugas entscheidet sich Ende des Monats bei den Wahlen um die Führung der LDP, die die Mehrheit der Parlamentsabgeordneten stellt.

apa