Dienstag, 20. Oktober 2015

Jetzt reden die Metzger

Mit einer klaren Botschaft präsentierten sich am Dienstag die Metzger im hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol beim „Tag der Metzger“ auf der Fachmesse Hotel.

Südtirols Metzger auf der Fachmesse Hotel
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Südtirols Metzger auf der Fachmesse Hotel

Für die Lebensmittelberufsgruppe hat Regionalität bei Fleisch und Wurstwaren oberste Priorität. Dazu gehören überschaubare Transportwege, eine transparente Rückverfolgbarkeit und eine handwerklich professionelle Verarbeitung. Auch die ganzheitliche Verwertung der Tiere ist ein Teil davon.

Am Messestand des hds wurde veranschaulicht, wie viel Fleisch von einem Rind verwendet werden kann und wie viel tatsächlich verwendet wird. Dazu wurde eine Rinderhälfte in die einzelnen Fleischteile zerlegt, verpackt und etikettiert. Die andere Hälfte wurde live von den angehenden Metzgergesellen der Berufsschule Emma Hellenstainer in Brixen zerlegt.

Unter dem Motto heimisches Fleisch ist mehr als Schnitzel und Filet kreierte der bekannte Südtiroler Koch Peter Sölva kreative Gerichte aus unpopulären Fleischteilen.

„Wir Metzger müssen unseren Kunden Alternativen zum Kochen geben. Wir wollen zeigen, wie vielseitig Fleisch ist und dass alles verwertet werden kann. Viele Köche denken primär an Edelstücke, weil sie davon ausgehen, dass ihre Gäste genau diese wollen. Dem ist aber nicht so. Die Gastronomie soll Vorreiter sein und den privaten Konsum inspirieren“, sagt Alexander Holzner, Metzgermeister aus Lana.

„Das Angebot an regionalem Fleisch kann die Nachfrage der Konsumenten nicht decken. Deshalb muss Fleisch importiert werden. Oft von Massenzuchthäusern, zum Leidwesen unserer Gesundheit“, sagt Holzner, Er setzt sich besonders dafür ein. Eine Rückbesinnung im Fleischkonsum ist somit die Botschaft der Metzger im hds.

Alle Teile des Tieres edel

„Konsumenten sollen sich auf die Vergangenheit besinnen. Früher wurde alles verwertet, was die Tiere den Menschen gegeben haben. Daran sollte man festhalten, auch aus Wertschätzung und Respekt vor den Tieren“, sagt Holzner. Am häufigsten werden so genannte Edelteile wie Filet und Schnitzel verkauft. Der Rest der Tiere muss anderweitig verarbeitet werden. 

Die Metzger im hds sind davon überzeugt, dass alle Teile des Tieres edel sind. Neben Filet und Schnitzel können auch aus dem Rest des Tieres schmackhafte Gerichte zubereitet werden. Zudem ist der hohe Fleischkonsum der westlichen Gesellschaft nicht zukunftsfähig. Weder für das Klima, die Umwelt, noch für die Gesundheit der Menschen.

stol

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