Dienstag, 03. November 2015

JG-Kritik zu Pensionsreform "inhaltslos"

Laut ASGB und ASGB-JUGEND entbehrt die Feststellung der Jungen Generation und der Wirtschaft in der SVP, dass die Senkung des Pensionsalters mit kleinen Abschlägen nicht finanzierbar wäre und zu Lasten der Jugend ginge, jeglicher vernünftigen Grundlage.

Die Pensionsreform bedeutet viele Rechnereien - und löst Kritik aus.
Badge Local
Die Pensionsreform bedeutet viele Rechnereien - und löst Kritik aus. - Foto: © shutterstock

„Wenn die Vorsitzenden von Jugend und Wirtschaft davor warnen, welch hohe Kosten die Senkung des Pensionsalters zukünftig verursachen wird, dann sollten sie das den jungen Italienern erklären die keine Arbeit finden. Bei 49 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Italien kann über die Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahme gar nicht diskutiert werden. Die Frage, wie junge Menschen Arbeit finden sollen, wenn die älteren keinen Platz frei machen können, haben die Jugend und Wirtschaft in der SVP in ihrer Feststellung, die anscheinend durch intensive Gespräche mit Fachleuten gestützt ist, natürlich nicht zu geben vermocht.“, so Tony Tschenett, Vorsitzender des ASGB und Alexander Wurzer, Vorsitzender der ASGB-JUGEND unisono.

„Des weiteren muss festgestellt werden, dass all die scheinbar kontaktierten Fachleute innerhalb und außerhalb der Partei nicht imstande waren, die Zweifel von der Jungen Generation und der Wirtschaft in der SVP mit handfesten Thesen zu untermauern. Es hätte nur ein Blick nach Trient genügt um festzustellen, dass dort bereits unter Beteiligung von Südtiroler Unternehmen der Generationenvertrag in der Privatwirtschaft erfolgreich umgesetzt wird.“, erklären die beiden Gewerkschafter in einer Presseaussendung.  

Keine Ursachenforschung betrieben

Weiters schreiben sie: „Damit diese Maßnahme in naher Zukunft auch bei uns umgesetzt werden kann, erhoffen wir uns die Unterstützung der Jungen Generation und der SVP-Wirtschaft. Auch Ursachenforschung, warum gewisse Bevölkerungsgruppen so lange arbeiten müssen, wurde keine betrieben. Ansonsten müsste den Vorsitzenden der Jugend und der Wirtschaft in der SVP aufgefallen sein, dass den Frauen im Ausland längst die Erziehungszeiten für die Rente anerkannt werden, bei uns hingegen nicht“. 

„Zum Thema Renten gilt noch zu erwähnen, dass diese in Italien im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Staaten niederer ausfallen und zukünftig durch das 1995 eingeführte Beitragssystems noch niedriger ausfallen werden. Im Vergleich zu Italien gibt es im Ausland außerdem Regelungen, die Schwerarbeitern, wie z.B. Krankenschwestern oder Bauarbeitern, ermöglichen, früher als andere Berufsgruppen in Pension zu gehen“, so Tschenett und Wurzer. 

„Die Befürchtung Herrn Tumlers, dass die Senkung des Pensionsalters zu einer hohen Verschuldung der Rentenkassen führen würde, können wir guten Gewissens entkräften. Es ist Tatsache, dass die Arbeitnehmerkassen des NISF/INPS positiv arbeiten“, schließen die Vorsitzenden des ASGB und der ASGB-JUGEND.

stol