Die Wirtschaft holt nach der tiefen Corona-Rezession gerade wieder kräftig auf – aber sie steuer auch auf neue Risiken zu. Mit welchen Bedingungen sind die Menschen bei der Arbeit künftig konfrontiert?<BR /><BR /><BR /><BR /><b>DIE AUSGANGSLAGE</b><BR /><BR />Der Arbeitsmarkt erholt sich vom Corona-Schock. Ob in Gastronomie, Handel oder vielen Dienstleistungsbereichen: Konsumlust und Nachfrage treiben die Geschäfte wieder an. <BR /><BR /><b>RISIKO DELTA</b><BR /><BR />Sorgen vor einem weiteren Aufschaukeln der vierten Corona-Welle trüben die Aussichten. Der Jobmarkt könnte im Herbst noch einmal einen kräftigen Dämpfer bekommen, wenn das Virus in der Delta-Variante immer stärker um sich greift. Neuen Einschränkungen sind in Herbst und Winter möglich, entscheidend ist vor allem der Fortschritt bei den Impfungen. <BR /><BR /><b>HOMEOFFICE</b><BR /><BR />Homeoffice gehörte für viele bei der Pandemie dazu. Im Juli war zum Beispiel in Deutschland immer noch mehr als jede und jeder vierte Beschäftigte zumindest zeitweise im Homeoffice – aber bei fallender Tendenz. Viele wollen die Wohnung nicht mehr als Dauerarbeitsplatz. In einer Umfrage des deutschen Instituts YouGov plädierten aber fast 2 Drittel dafür, weiter zumindest teils Homeoffice machen zu können.<BR /><BR /><b>FÜR WEN IST HOMEOFFICE DIE ZUKUNFT?</b><BR /><BR />Beispiel Allianz: Der Versicherungskonzern verkündete bereits im Oktober: „Die Krise zeigt, dass flexibles Arbeiten kein Traum, sondern eine erreichbare Realität ist.“ Zehntausende virtuelle Meetings pro Woche sorgen für reibungslose Geschäfte. Computer, Bildschirm, Tastatur und Maus sind daheim installiert. Laut Umfragen rechnen viele Firmen mit Mischformen zwischen mobil und stationär – besonders bei Mitarbeitern von Finanzen und Management sowie bei Marketing, Kommunikation, allgemeiner Verwaltung und IT. Eines ist abe klar: Wer etwa in der Produktion oder im Schalterservice arbeitet, hat nicht die Möglichkeit, auch mal von daheim zu arbeiten.<BR /><BR /><b>TECHNOLOGISCHER WANDEL SCHLÄGT DURCH</b><BR /><BR />Wer profitiert vom Wandel durch Digitalisierung und neue Techniken? Wird es viele Verlierer geben? Laut einer Studie des Ifo-Instituts im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie stehen durch die Umstellung vom Verbrennungsmotor auf Elektro allein in Deutschland bis in 4 Jahren 137.000 Jobs in der Autoindustrie und 41.000 bei Zulieferern auf dem Spiel. <BR /><BR /><b>KÜNFTIGE BOOMBRANCHEN</b><BR /><BR />Neue Arbeitsplätze könnten etwa rund um Softwareanwendungen in der Autoproduktion entstehen – aber vor allem in künftigen Boombranchen. Digitalisierung, Pflege und Gesundheit, Energiewende – auf vielen Märkten der Zukunft gibt es schon heute wachsenden Bedarf. Der deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil sagt: „Wir werden in den 20er Jahren einen unglaublichen Umbruch am deutschen Arbeitsmarkt erleben“. Ein Trend dürfte weitergehen: Wer seinen Arbeitsplatz in der Industrie oder auf dem Bau verloren hat, kann eher im Dienstleistungssektor unterkommen. Doch prekäre Arbeit ist gerade hier weit verbreitet. Und auch in der Industrie sind viele Menschen wegen Angst um ihren Job im Stress – etwa in der Leiharbeit.<BR /><BR /><b>FLEXIBLERES ARBEITEN</b><BR /><BR />Die Arbeitgeber wollen am liebsten selbst für die Weiterentwicklung der Mitarbeiter sorgen. „Deswegen muss aus meiner Sicht sehr stark in betriebliche Weiterbildung investiert werden“, sagt Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Gern hätten die Arbeitgeber flexiblere Arbeitszeiten. Dulger verlangt eine Wochen- statt einer Tagesarbeitszeit.