Montag, 19. März 2018

„Jugendliche steigen immer später in die Arbeitswelt ein“

Während die Arbeitslosigkeit in Südtirol rückläufig ist, steigt die Jugendarbeitslosigkeit weiter an. Der Südtiroler Jugendring (SJR) sorgt sich angesichts dieser Zahlen, da auch die Zahl der unbefristet angestellten Jugendlichen abnimmt. STOL hat mit Tanja Rainer vom SJR gesprochen.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist von 8,8 Prozent im Jahr 2016 auf 10,2 Prozent im Jahr 2017 gestiegen.
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Die Jugendarbeitslosigkeit ist von 8,8 Prozent im Jahr 2016 auf 10,2 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. - Foto: © shutterstock

Die Zahlen des Landesamts für Statistik ASTAT lassen aufhorchen: Die Jugendarbeitslosigkeit ist von 8,8 Prozent im Jahr 2016 auf 10,2 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Was die Zahl der unbefristeten Anstellungen angeht, gibt es hingegen Rückgänge: 2008 waren 84,3 Prozent der 24-Jährigen unbefristet beschäftigt, 2017 nur noch 67 Prozent.

Einer der Gründe, weshalb sich die Jugendlichen so schwer tun, in die Arbeitswelt einzusteigen, sieht der SJR ini den längeren Ausbildungen, erklärt Tanja Rainer vom SJR im Gespräch mit STOL. Dies verzögere auch die Berufserfahrungen. Sommerpraktika sind zudem erst ab 15 Jahren erlaubt, was ebenfalls die gesamte Erwerbstätigkeit nach hinten verschiebt.

Martina De Zordo, SJR-Vorsitzende, und Tanja Rainer, Leiterin des SJR-Arbeitskreises „Arbeit und Bildung“ und SJR-Vorstandsmitglied. - Foto: SJR 

Jugendliche brauchen Platz zum Nachrücken 

Nicht nur die Politik, sondern auch die Arbeitgeber seien gefordert: „So sollte unter anderem der Generationenvertrag tatsächlich umgesetzt werden. Damit könnten Personen, die kurz vor der Versetzung in den Ruhestand stehen, die eigene Arbeitszeit reduzieren – ohne negative Auswirkungen auf deren Rente - und gleichzeitig junge Menschen unbefristet aufgenommen werden. Eine Maßnahme, die in anderen Regionen bereits umgesetzt wurde.“

Der Generationenvertrag sehe vor, dass Arbeiter kurz vor der Pensionierung auf einen Halbtagesvertrag umsteigen und somit ein Jugendlicher nachrücken kann, ergänzt Rainer. Trotzdem hätten die Arbeiter, die die Arbeitszeit zurückstufen, volle Pensionsabsicherung wie bisher.

Jugendfreundliche Online-Arbeitsbörsen

Zudem erhofft sich der SJR jugendfreundlichere Online-Arbeitsbörsen. „In bestehenden Börsen fehlt ein Portal, in dem Jugendliche sich mit einem Klick über ihre Rechte und Fortbildungsmöglichkeiten informieren können. Jugendliche schrecken eher davor zurück, sich solche Informationen bei einem Amt einzuholen“, erklärt Rainer abschließend.

stol/ape

stol