„Ohne Zukunftsperspektiven bleiben Revolten die einzige Aussicht. Jetzt ist die Zeit gekommen, zusammen für Entwicklung, wirtschaftliche Freiheit und sozialen Zusammenhalt zu arbeiten“, betonte am Freitag der Präsident der jungen Industriellen des Unternehmerverbands Confindustria, Jacopo Morelli.Der Unternehmer warnte, dass das Problem der Beschäftigung nicht nur Italien, sondern die ganze EU schwer belaste.In den letzten fünf Jahren seien europaweit 3,8 Millionen Jobs verloren gegangen, die Industrieproduktion sei um 12 Prozent gesunken.Italien müsse sich von vielen Ketten befreien, die seine Konkurrenzfähigkeit bremse.„Seit zu vielen Jahren ist Italien lahmgelegt. Kein Unternehmer kann arbeiten, wenn es an Sicherheit und Perspektiven mangelt. Die Gesellschaft braucht Vertrauen“, betonte Morelli.Die Beschäftigungslage für die italienische Jugend sei mit einer Arbeitslosigkeit von 40,5 Prozent dramatisch. Um die Beschäftigung wieder anzukurbeln, müsse der Steuerdruck auf die Lohnnebenkosten reduziert werden.„Von der Regierung Letta erwarten wir uns keine Wunder, sondern konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Wir brauchen Staatsmänner, die das Ruder Italiens in die Hand nehmen und Perspektiven für die nächsten zehn Jahre haben“, sagte Morelli.Für die Jugendlichen forderte er ein Mindesteinkommen für die Ausbildungszeit und für die Phase, in der sie aktiv nach einem Job suchen.Arbeitsminister Enrico Giovannini berichtete gestern, dass 650.000 junge Italiener auf Jobsuche seien.Bis Ende Juni werde die Regierung Letta ihren Plan zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vorlegen, bis Oktober sollen die Maßnahmen umgesetzt werden.mit