Die Hitze und Trockenheit sorgen bei den Burggräfler Kastanienbauern für schlaflose Nächte: „Wenn es so weitergeht, sehe ich schwarz, denn dann wird die Ernte mager ausfallen“, berichtet Johann „Hans“ Laimer, der Obmann des Burggräfler Kastanienvereins „Keschtnriggl“. „Wer nicht bewässern kann, hat ein großes Problem.“<BR /><BR />Begonnen hatte das Kastanienjahr 2022 eigentlich besser als so manches Jahr zuvor: „Das Frühjahr war für die Entwicklung unserer Kastanienbäume ideal“, betont der „Keschtn“-Hans. „Während der Blüte im Juni war das Wetter über einen längeren Zeitraum wunderschön und warm. Und der leichte Wind war optimal für die Bestäubung.“<BR /><BR />Nun sei aber alles völlig offen. „Von Anfang Juli bis Ende August brauchen die Kastanienbäume besonders viel Wasser“, erklärt Laimer. „Viel Wasser ist für die Entstehung und Entwicklung der Früchte in den Kastanienigeln wichtig.“ Das Wasser sei derzeit aber das größte Problem. <BR /><BR /><embed id="dtext86-55337701_quote" /><BR /><BR />„Was viele nicht wissen: Die Kastanie ist ein Flachwurzler. Ihre Wurzeln dringen also nicht tief in den Boden ein, weshalb eine extreme Trockenperiode, wie wir sie derzeit erleben, sehr problematisch ist“, sagt der Obmann. „Wer also nicht bewässert, wird im Herbst nur kleine Kastanien ernten, aber es geht nicht allein um die Früchte, denn der sogenannte Trockenstress beeinträchtigt die Baumgesundheit extrem.“ <BR /><BR />Laut Laimer besteht deshalb die große Gefahr, dass aufgrund eines wegen der Hitze erlittenen Schocks im Laufe der nächsten Jahre nach und nach Kastanienbäume eingehen könnten, vor allem jüngere Bäume, aber auch alte und große.<BR /><BR />„Je älter ein Baum ist, umso leichter schafft er es, eine problematische Phase bestmöglich zu überstehen“, betont Laimer. Zudem sei das Wachstum der Kastanienbäume aufgrund der Hitze gehemmt. „Solche Hitzeperioden hat es auch schon früher gegeben, weshalb es im Vinschgau Waale gibt, die direkt in Kastanienhaine führen“, weiß der Kastanien-Experte. „Anno dazumal hat man dort die Wiesen austrocknen lassen, um das Wasser in die Kastanienhaine zu leiten.“ <BR /><BR />Trockenstress trage auch dazu bei, dass ein Kastanienbaum anfälliger für Krankheiten werde, zumal für den Kastanienrindenkrebs, sagt Laimer. „Es braucht deshalb dringend ausgiebige Regenfälle, weil die Böden extrem ausgetrocknet sind und sonst kein Wasser einziehen kann, vor allem an den Hängen“, betont der „Keschtn“-Hans. „Gewitter bringen leider nichts bis nicht viel. Sie sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“<BR />