Italien und Griechenland sind laut der Erhebung die einzigen beiden Länder der EU, in denen die realen Haushaltseinkommen pro Kopf im Vergleich zu vor 20 Jahren gesunken sind. Demnach verzeichnete Italien einen Rückgang von vier Prozent, Griechenland sogar fünf Prozent. <BR /><BR />Das bedeutet: Trotz steigender Löhne konnten sich die Haushalte im Alltag weniger leisten, da die Preissteigerungen schneller wuchsen als die Gehälter. In Griechenland verschärfte die Finanzkrise ab 2010 die Situation, während in Italien Lohnwachstum und Produktivitätszuwächse hinter anderen Ländern zurückblieben.<h3> Reale Einkommen steigen gerade in Osteuropa</h3>Die Situation in anderen großen Volkswirtschaften Europas fällt deutlich besser aus: Österreich verzeichnete ein Wachstum der realen Pro-Kopf-Einkommen von 14 Prozent, Belgien von 15 Prozent und Luxemburg von 17 Prozent. Frankreich konnte den Wert um 21 Prozent steigern, Deutschland sogar um 24 Prozent.<BR /><BR />Besonders beeindruckende Zuwächse lassen sich in den osteuropäischen Ländern beobachten: Rumänien verzeichnete einen Anstieg von 134 Prozent, Litauen von 95 Prozent und Polen von 91 Prozent. Ein entscheidender Faktor hierfür waren EU-Kohäsionsmittel, die gezielt in Infrastrukturprojekte, Digitalisierung, Bildung und Ausbildung investiert wurden. Diese Investitionen steigerten nicht nur die Produktivität, sondern ermöglichten auch höhere Löhne.<BR /><BR />Im Allgemeinen sind die Einkommen pro Kopf zwischen 2004 und 2008 EU-weit gestiegen, ehe sie bis 2011 stagnierten und infolge der Finanzkrise 2012 und 2013 zurückgingen. Danach stiegen sie wieder kontinuierlich – mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung während der COVID-19-Pandemie.