Montag, 24. August 2015

Kein Wasserstoff-Experiment für die Vinschger Bahn

Die Umweltschutzgruppe Vinschgau macht sich "aufgrund riskanter Wunschvorstellungen einiger Landespolitiker Sorgen um die Zukunft der Vinschger Bahn". Konkret geht es um den Vorstoß, Wasserstoff für die Vinschger Bahn zu verwenden anstelle von Strom.

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Foto: © D

Mit großer Verwunderung nahm die Umweltschutzgruppe Vinschgau den Vorschlag der Landtagsabgeordneten Sepp Noggler und Albert Wurzer zur Kenntnis, die Vinschger Bahn anstatt zu elektrifizieren, nun mit Wasserstoff zu betreiben.

"Nachdem uns weltweit keine ähnliche Bergbahn bekannt ist, die mit Wasserstoff betrieben wird, müsste die Vinschger Bahn als Wasserstoff-Experiment herhalten. Wir raten jedoch dringend davon ab", sagt Rudi Maurer, Vorstandsmitglied der Umweltschutzgruppe Vinschgau.

Wasserstoff mit schlechtem Wirkungsgrad

Die dringend notwendige Elektrifizierung der Bahnlinie Meran-Mals werde mit solch riskanten Wunschvorstellungen verzögert, warnt er. Zudem funktioniere die elektrische Traktion mit Oberleitung mit dem geringsten Energie-Verlust und dem höchsten Wirkungsgrad, ganz anders als beim Wasserstoff mit einem relativ schlechten Wirkungsgrad.

"Die Bahn-Fahrgäste wollen keine Experimente, sie wollen tadellos funktionierende Züge und keine Probefahrzeuge, also die bewährte, saubere Elektro-Traktion und vor allem eine umsteigefreie Fahrt von Mals nach Bozen und darüber hinaus", sagt Maurer.

Deshalb fordert die Umweltschutzgruppe die zuständigen Politiker auf, die Elektrifizierung der Vinschger Bahn wie geplant ohne jegliche Verzögerung voranzutreiben und nicht als Lückenbüßer für die fehlende Nachfrage am Bozner Wasserstoff-Zentrum aufs Spiel zu setzen.

stol

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