Freitag, 01. Dezember 2017

Kellerei Kaltern: Der Abend der Entscheidung

Am Freitagabend entscheidet Südtirols größte Kellerei über ihre künftige Ausrichtung. Alle Voraussicht nach wird der amtierende Obmann Helmuth Hafner seinen Rücktritt bekanntgeben und ein neuer Obmann gewählt. Damit soll ein Schlussstrich unter monatelangen Querelen und Kontroversen gezogen werden.

 Laut Informationen aus der Kellerei wird Obmann Hafner am Freitagabend definitiv zurücktreten.
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Laut Informationen aus der Kellerei wird Obmann Hafner am Freitagabend definitiv zurücktreten. - Foto: © D

Der Hintergrund: Die aus der Fusion von Kellerei Kaltern und Erste & Neue hervorgegangene mitgliederstärkste Kellereigenossenschaft des Landes ist in den vergangenen Wochen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Grund waren die explodierenden Kosten für den Neubau in der Kalterer Kellereistraße und der Unmut darüber unter den Mitgliedern. Das Großprojekt am Nordeingang des Weindorfes war ursprünglich mit knapp 9 Millionen Euro veranschlagt. Inzwischen ist man bei 16 Millionen angekommen. Und viele befürchten, das ist noch immer nicht das Ende der Fahnenstange.

Der Vorstand um Obmann Helmuth Hafner hatte sich am 10. August in einer Mitgliederversammlung, den Segen für die bis dahin angefallenen Mehrkosten gesichert. Gleichzeitig hatte Hafner aber auch angekündigt, dass er bei der fälligen Jahresversammlung im Dezember vorzeitig sein Amt zur Verfügung stellen und sich erneut darum bewerben wird. Denn eigentlich ginge die Obmannschaft von Hafner noch weitere 2 Jahre.

Christian Sinn soll Obmann werden

Diese Vertrauensfrage scheint mittlerweile vom Tisch. Zumindest was den Obmann angeht. Laut Informationen aus der Kellerei wird Hafner am Freitagabend nämlich definitiv zurücktreten. Für seine Nachfolge will der amtierende Vorstand einen Mann aus seinen Reihen präsentieren: Christian Sinn aus Oberplanitzing. Sinn war bislang einer der beiden Vizeobmänner der Genossenschaft.

Dass einzig Obmann Hafner jetzt Konsequenzen aus den Vorfällen der vergangenen Monate ziehen will, ist allerdings nicht unumstritten. So sieht eine Reihe von Mitgliedern den gesamten Vorstand in der Pflicht.

Eine wichtige Bedeutung könnte hier dem Bericht der Revisoren des Raiffeisenverbandes zukommen. Der Fokus darin dürfte allerdings nicht so sehr auf der Baumisere liegen, sondern auf die im Zuge der Fusion abgesegneten unterschiedlichen Auszahlungspreise für die Mitglieder aus den beiden Ursprungsbetrieben. Diese, wenn auch zeitlich begrenzte, Ungleichbehandlung hatte zuletzt vor allem bei den von der Erste & Neue kommenden Mitgliedern für Unmut gesorgt und sollte der Revisorenbericht deren Bedenken teilen, würde es für den Vorstand am heutigen Abend im Vereinshaus von Kaltern nicht einfacher.

D/sor

stol