Ein entscheidendes Datum ist dabei der 9. April, an dem die „Rong Lin Wan“ als letzte reguläre Kerosin-Lieferung aus der Golfregion den Hafen von Rotterdam erreicht. Danach ist die wichtigste Importroute für Flugzeug-Treibstoff vorerst geschlossen, was die Branche vor enorme logistische Probleme stellt.<h3> Italien ist stark von Importen abhängig</h3>Da Europa über 40 Prozent seines Kerosinbedarfs über Importe deckt, ist die Abhängigkeit kritisch. In Ländern wie Italien stammt jeder zweite Liter Treibstoff aus dem Ausland, Polen hängt fast vollständig am Tropf der internationalen Lieferketten hängt. Zwar melden die Flughafenverbände derzeit noch weitgehend normale Bestände in den Depots, doch diese strategischen Reserven reichen laut Branchenexperten lediglich bis Ende Mai aus. Sollte die Blockade im April nicht politisch gelöst werden, droht ab Juni ein massiver Engpass direkt zur Hauptreisesaison.<BR /><BR />Die Energiekrise infolge der Eskalation im Iran hat bereits eine drastische Preisspirale an den Rohstoffmärkten in Gang gesetzt, die auch den Kerosinpreis auf Rekordniveaus treibt. Eine Tonne wird aktuell mit rund 1.800 Dollar gehandelt, was fast einer Verdopplung im Vergleich zu den Budgetplanungen der Airlines vom Jahresbeginn entspricht. Da viele Fluggesellschaften ihre Preissicherungsgeschäfte für das Sommerquartal bereits ausgeschöpft haben, schlagen die tagesaktuellen Marktpreise nun ungefiltert auf die Betriebskosten durch. Diese explodierenden Ausgaben zwingen die Unternehmen dazu, ihre Kalkulationen für die kommenden Monate grundlegend zu revidieren.<h3> Ticketpreise bereits gestiegen</h3>„Die logische Folge dieser Kostenentwicklung ist bereits jetzt in den Buchungssystemen ablesbar“, stellt des Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Rom gegenüber diesem Medium fest. Die Ticketpreise für Kurzstrecken innerhalb Europas sind laut Marktanalysen im Vergleich zum Vorjahr bereits um 10 bis 15 Prozent gestiegen, um den massiven Kostendruck aufzufangen. Noch drastischer ist die Lage auf der Langstrecke nach Asien, wo die Kombination aus Treibstoffmangel und notwendigen Umwegen um Krisengebiete zu Preissteigerungen von 30 bis zu 100 Prozent geführt hat. Flugzeiten verlängern sich hier teilweise um bis zu vier Stunden, was den Verbrauch und die Kosten zusätzlich in die Höhe treibt.<h3> Die möglichen Risiken für Verbraucher</h3>Das größte Risiko für Reisende im Sommer 2026 dürfte jedoch nicht nur der Preis sein, sondern die Verfügbarkeit der Flüge selbst. Ryanair-CEO Michael O’Leary warnt offen davor, dass bei anhaltender Knappheit im Zeitraum von Juni bis September zwischen 10 und 25 Prozent der geplanten Flugkapazitäten gestrichen werden müssen. <BR /><BR />Für Verbraucher stellt sich vor allem die Frage nach der Sicherheit bereits getätigter Buchungen. Das EVZ in Rom sagt dazu, dass Nachforderungen bei bereits bezahlten Flugtickets rechtlich nicht zulässig seien. Allerdings warnt das EVZ vor einem doppelten Risiko für den Flugplan. „Demnach könnten Flüge nicht nur aufgrund des physischen Kerosinmangels am Boden bleiben, sondern auch aus rein betriebswirtschaftlichem Kalkül gestrichen werden.“ Es bestehe die Gefahr, dass Verbindungen annulliert werden, „weil sie durch die hohen Kerosinpreise schlicht unrentabel werden“, so das EVZ. <BR /><BR />„Sollte ein Flug tatsächlich gestrichen werden, haben Betroffene laut EU-Fluggastrechteverordnung jedoch Anspruch auf die vollständige Rückerstattung der Ticketkosten oder eine kostenlose Umbuchung auf die nächste verfügbare Verbindung.“ Voraussetzung dafür ist, dass der Flug von einem EU-Flughafen startet oder – bei der Landung in Europa – von einer europäischen Fluggesellschaft durchgeführt wird.<h3> Das gilt bei Pauschalreisen</h3>Wie sieht es bei gebuchten Pauschalreisen – also Urlaubspaketen aus Flug und Hotel – aus? „Hier erlaubt das Reiserecht den Veranstaltern, den Gesamtpreis nachträglich um bis zu acht Prozent zu erhöhen – vorausgesetzt, dies ist vertraglich vorgesehen und erfolgt spätestens 20 Tage vor Reiseantritt. Übersteigt die Erhöhung diese Schwelle, können Kunden kostenlos vom Vertrag zurücktreten.“