Dienstag, 26. Dezember 2017

Kleine Euro-Münzen bleiben wohl im Umlauf

Händlern und manchen Verbrauchern sind 1- und 2-Cent-Münzen lästig. Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der Deutschen Bundesbank, dämpft jedoch die Hoffnung, dass das Kleingeld in absehbarer Zeit aus Kassen und Geldbörsen verschwindet: „Im Moment gibt es im Euroraum keine Tendenz zur Abschaffung kleiner Münzen.“

Aktuell sind 34 Milliarden 1-Cent-Münzen im Umlauf. - Foto: apa/dpa
Aktuell sind 34 Milliarden 1-Cent-Münzen im Umlauf. - Foto: apa/dpa

Länder wie Belgien, Finnland, Irland und die Niederlande haben zwar Rundungsregeln für den nationalen Bargeldverkehr eingeführt. Die kleinen Geldstücke bleiben aber auch dort gesetzliches Zahlungsmittel.
Die Abschaffung einzelner Münzen könnte nur auf europäischer Ebene beschlossen werden. „Eine Rundungsregel würde auf Dauer faktisch eine Abschaffung der kleinen Münzen mit sich bringen“, sagte Thiele der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

Nach Bundesbank-Auffassung sollen die Verbraucher entscheiden, ob sie 1- und 2-Cent-Stücke weiter nutzen wollten. „Unseren bisherigen Umfragen zufolge will die Mehrheit die kleinen Münzen behalten“, sagte Thiele.

Der Notenbank zufolge sind aktuell 34 Milliarden 1-Cent-Stücke und 26 Milliarden 2-Cent-Münzen im Umlauf. Ein Teil der verkupferten Münzen landet regelmäßig in Sparschweinen oder geht verloren.

Für den Fiskus sind Geldstücke ein gutes Geschäft. „Unter dem Strich verdient der Staat mit der Ausgabe von Münzen Geld“, sagte Thiele. Dem Fiskus steht die Differenz zwischen dem Nennwert der Geldstücke und ihrem Materialwert zu. Im vergangenen Jahr machte die deutsche Bundesregierung einschließlich Sammler- und Goldmünzen sowie großer Stückelungen einen Münzgewinn von fast 338 Millionen Euro.

apa/dpa

stol