Mittwoch, 15. Februar 2017

KlimaHaus: Land steuert jetzt mehr bei

Die Landesregierung hat neue Richtlinien zur Förderung der Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energien beschlossen. In Sachen energetische Sanierung wird der Fördersatz auf 50 Prozent der anerkannten Kosten angehoben.

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Foto: © shutterstock

Mit dem Klimaplan Energie-Südtirol 2050 hat sich Südtirol äußerst anspruchsvolle Ziele gesetzt. Unter anderem strebt das Land eine Abkehr von fossilen Energieträgern und eine stärkere Nutzung regionaler und erneuerbarer Energiequellen an. Der Energiebedarf soll bis 2020 um bis zu 75 Prozent und bis 2050 um bis zu 90 Prozent durch regenerative Energieträger abgedeckt werden.

"Ein wichtiges Ziel innerhalb 2050 ist die energetische Sanierung von Gebäuden", sagte Umweltlandesrat Richard Theiner am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. "Derzeit beträgt der Fördersatz für die Sanierung von Gebäuden 30 Prozent der anerkannten Kosten. Dieser wird nun bei Gesamtsanierungen auf 50 Prozent angehoben", sagte die Direktorin des Amtes für Energieeinsparung, Petra Seppi. "Wenn jedoch durch die Sanierungsmaßnahmen kein KlimaHaus-Standard erreicht wird, bleibt der Fördersatz bei 30 Prozent."

Von 30 auf 70 Prozent aufgestockt wird der Fördersatz für die energetische Sanierung von Kondominien. "Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Sanierung von Mehrfamilienhäusern nur sehr schleppend voranschreitet", sagte Theiner.

Weitere Förderungen

Neben der energetischen Sanierung von Gebäuden wird auch die Nutzung erneuerbarer Energien gefördert. "Der neue Fördersatz liegt bei 50 Prozent der Mehrkosten, die bei der Anschaffung zum Beispiel einer Pelletsheizanlage im Vergleich zu einem konventionellen Heizkessel entstehen", erklärte Seppi.

Neu gefördert wird auch der Austausch von öffentlichen Beleuchtungsanlagen, weil damit Strom gespart und die Lichtverschmutzung eingedämmt werden kann. Der Fördersatz, um den die Gemeinden ansuchen können, beläuft sich auf 50 Prozent der anerkannten Kosten.

Für Photovoltaik- und Windkraftanlagen, die in Gebieten errichtet werden, in denen keine Möglichkeit für einen Stromanschluss besteht, beträgt der Fördersatz 65 Prozent (bisher 80 Prozent). "Aus dem Maßnahmenkatalog gestrichen wurde die Wärmeerzeugung bei Neubauten, da die Energieeffizienzrichtlinie einen Mindestanteil an erneuerbarer Energie bei Neubauten vorschreibt", erklärte Seppi.

Beiträge für Unternehmen: Neue Kriterien

Überarbeitet wurden auch die Förderkriterien für Beiträge an Unternehmen. Bei der energetischen Sanierung und Optimierung der Energieeffizienz liegt der Fördersatz für kleine Unternehmen bei 50 Prozent, für mittlere Unternehmen bei 40 Prozent und für große Unternehmen bei 30 Prozent.

Gleiches gilt für die Fördersätze zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energie, die wie bei privaten Nutzern auf die Mehrkosten der Anlagen im Verhältnis zu konventionellen Anlagen berechnet werden.

Neu eingeführt wurde die Förderung sogenannter Energieaudits bei Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Mit Energieaudits sind energetische Diagnosen gemeint, die für KMUs nicht verpflichtend sind und also freiwillig durchgeführt werden. Der Beitrag auf die anerkannten Kosten beträgt maximal 60 Prozent bei kleinen und 50 Prozent bei mittleren Unternehmen.

lpa/stol

stol