<BR />Kaum eine andere Branche ist so vom Wetter abhängig wie die Landwirtschaft. Entsprechend groß ist auch die Angst unter den Bauern vor dem Klimawandel und dessen Auswirkungen. Dies zeigt eine Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) der Handelskammer Bozen unter 300 Landwirten.<BR /><BR />Für 58 Prozent der Befragten stellen heftige Unwetter ein hohes Risiko dar. Dürreperioden und Wassermangel sehen 45 Prozent der Befragten als existenzielle Bedrohung. Auch häufigere Schädlingsbefälle bereiten mehr als 4 von 10 Befragten Sorgen. <h3> Großer Handlungsbedarf bei Wasserversorgung</h3>Der Großteil der Bauern sieht Handlungsbedarf, um den klimatischen Auswirkungen so gut als möglich vorzubeugen. Besonders die Wasserversorgung sicherzustellen, erachtet fast jeder zweite Landwirt (47 Prozent) als notwendig – und das bei Obst-, Wein- und Milchbauern gleichermaßen. <BR /><BR />Viele Obst- und Weinbauern denken außerdem darüber nach, sich besser vor Wetterschäden zu versichern oder den Hagelschutz zu verstärken. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1051311_image" /></div> <BR />Trotz der bereits jetzt spürbaren Auswirkungen des Klimawandels gibt es immer noch 16 Prozent, die laut Umfrage keinen Handlungsbedarf für ihr Unternehmen sehen. <h3> Junge Landwirte skeptischer bei Klimaplan 2040</h3>Was die Klimapolitik betrifft, herrscht bei vielen Landwirten Skepsis darüber, ob die neuen Regeln, die von der Politik getroffen werden, auch in der Praxis umsetzbar sind – besonders jene des Klimaplanes Südtirol 2040. <BR /><BR />Ein Drittel der Landwirte sieht die Reduzierung der Subventionierungen für fossil betriebene landwirtschaftliche Fahrzeuge wie Traktoren als ein großes Problem. Die ökologisch bewirtschafteten Flächen zu erhöhen, sehen 44 Prozent der Obstbauern kritisch. 27 Prozent halten es für schwierig, den Einsatz von mineralischem Stickstoffdünger kurzfristig zu reduzieren. <BR /><BR />Bei den Milchbauern wiederum bereitet besonders die Absicht, den Anteil der Heumilchproduktion zu erhöhen, große Sorgen. Ein Viertel befindet das als ein Problem. <BR /><BR />Was laut Wifo ebenfalls auffällt, ist, dass junge Landwirte unter 35 Jahren skeptischer gegenüber den Maßnahmen des Klimaplans sind als ältere Kollegen. Darüber hinaus sind sie sich der Risiken bewusster, die sich aus den möglichen politischen und regulatorischen Folgen des Klimawandels ergeben.<h3> „Rechtzeitig auf Risiken vorbereiten“</h3>„Aufgrund der hohen Abhängigkeit von Wetter und Klima ist es für die Landwirtschaft besonders wichtig, die Folgen des Klimawandels zu kennen und sich rechtzeitig auf diese Risiken vorzubereiten“, sagt Handelskammer-Präsident Michl Ebner. <BR /><BR />Dies unterstreicht auch Daniel Gasser, Obmann des Südtiroler Bauernbundes: „Die Landwirtschaft ist einerseits unmittelbar von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, andererseits trägt sie durch die Bindung von Kohlendioxid aktiv zum Klimaschutz bei. Diese Sonderstellung muss bei der Unterstützung der Betriebe und der Ergreifung von Maßnahmen berücksichtigt werden.“