Seit rund einem Monat ist das Unternehmen Invest Bau (angegebener Schuldenstand: über 50 Millionen Euro), die Hauptgesellschaft der Alber Group, offiziell insolvent. Gegen diese gerichtlich erklärte Zahlungsunfähigkeit legten die Anwälte des Firmenchefs Bernhard Alber nun Rekurs ein. Ganz allgemein gesprochen geht es dabei darum zu beweisen, dass ein Unternehmen am Tag, an dem das Konkursverfahren eröffnet wurde, liquide war – und somit die Pleite ungerechtfertigt. In einem solchen Fall könnte ein Konkurs doch noch abgewendet, das Verfahren eingestellt werden. Vermögensbestände spielen dabei keine Rolle, es geht einzig und allein um die Frage: War Invest Bau am Tag X zahlungsfähig oder nicht?„Nach langem Hin und Her haben wir uns für den Berufungsweg entschieden“, so Gernot Rössler, einer der Alber-Anwälte, zur „Dolomiten“. Man wolle damit vor allem Zeit gewinnen. Es geht um die Zeit bis zum ersten Verhandlungstag. Ob dieser noch im Sommer oder erst im Herbst anstehe, sei noch nicht klar. Viel Neues haben die Anwälte des Immobilien-Unternehmers aus Lana nicht aufzubieten: „Es geht immer um denselben Sanierungsplan.“ Zur Erinnerung: Dieser war bereits einmal von Teilen der Gläubiger abgelehnt worden und führte letztlich zum Konkurs. „Wir müssen genügend finanzielle Mittel auftreiben, um alle Gläubiger, die dem Sanierungskonzept nicht beitreten, auszahlen zu können.“ Indem man ihnen also die volle Forderungssumme auszahlt, werden sie sozusagen „freigekauft“. „Diese Gelder fehlen uns zum Teil noch“, so Rössler. „Die Hoffnung stirbt aber zuletzt.“Der Fall Invest Bau ist einer der größten Konkurse in der Südtiroler Wirtschaftsgeschichte. Hauptgläubiger sind die Banken, auf die der wesentliche Teil der Forderungen entfällt. Betroffen sind unter anderem auch rund 100 Handwerksbetriebe.hil