Montag, 22. Juni 2020

Konsum in Italien im Mai um 30 Prozent gesunken

Trotz des Lockdown-Endes in Italien scheint der Konsum in dem von der Coronaviruskrise schwer betroffenen Land nicht wirklich zuzunehmen.

Der Konsum stockt.
Der Konsum stockt. - Foto: © APA/getty / Christian Petersen
Im Mai betrug der Konsumrückgang 29,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019. Im April hatte der Rückgang 47 Prozent betragen, geht aus Angaben des Handelsverbands Confcommercio hervor. Der Konsumrückgang sei vor allem auf die Probleme der Freizeitindustrie, der Gastronomie und des Tourismus zurückzuführen.

Der Handelsverband rechnet mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Juni von 4,7 Prozent. Im zweiten Quartal 2020 dürfte der BIP-Rückgang 17,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 21,9 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal 2019 betragen.

Zur Stützung des Konsums erwägt die Regierung eine Senkung der Mehrwertsteuer. Eine niedrigere Mehrwertsteuer könnte den Konsum ankurbeln, es handle sich jedoch um eine kostspielige Maßnahme, sagte der italienische Premier Giuseppe Conte bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend in Rom. Derzeit beträgt der Mehrwertsteuerhöchstsatz IVA 22 Prozent. Zuletzt war er im Jahr 2013 von 21 auf 22 Prozent erhöht worden.

Confcommercio-Chef Carlo Sangalli sprach sich für die Senkung der Mehrwertsteuer aus. „Die Familien verfügen über ein geringeres Einkommen und vielen Unternehmen droht die Schließung. Die Senkung der Mehrwertsteuer wäre ein wichtiger Schritt, denn die italienische Wirtschaft hat Probleme, trotz Ende des Lockdowns neu zu starten“, so Sangalli.

apa/stol