Mittwoch, 03. Februar 2021

Konsumklima in Südtirol negativ, aber stabil

Der Index des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen für das Konsumklima in Südtirol blieb im Januar gegenüber der letzten Umfrage im Oktober nahezu unverändert. Während sich die Einschätzungen der Südtiroler Haushalte zur eigenen finanziellen Situation leicht verschlechtert haben, ist die Erwartungshaltung zur Entwicklung der Südtiroler Wirtschaft leicht gestiegen. Auch die Prognosen für den Kauf langlebiger Güter haben sich leicht verbessert.

Das Konsumklima in Südtirol bleibt nach wie vor etwas besser als im europäischen Durchschnitt.
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Das Konsumklima in Südtirol bleibt nach wie vor etwas besser als im europäischen Durchschnitt.
Die Winterumfrage des WIFO unter den Südtiroler Konsumenten zeigt ein stabiles Vertrauensklima, allerdings auf negativem Niveau. Der entsprechende Konsumklimaindex lag im Januar bei -11,5 Punkten und ist damit im Vergleich zum Oktober nur um 0,2 Punkte gesunken.

Die negativen Entwicklungen bezüglich der Pandemie, mit der Ausbreitung neuer Varianten des Virus und der Einführung von restriktiven Maßnahmen, sowie der ausgebliebene Start in die Wintertourismus-Saison tragen dazu bei, die Einschätzungen der Südtiroler Familien hinsichtlich ihrer finanziellen Situation zu drücken. Auch die Prognosen der Konsumenten zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Südtirol in den kommenden Monaten verschlechtern sich, insbesondere bei den befragten Frauen.

Die Erwartungen bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Südtiroler Wirtschaft haben sich jedoch leicht verbessert, auch dank der Verfügbarkeit der ersten Impfstoffe und dem Start der Impfkampagne. Auch die Prognosen für den Kauf von langlebigen Gütern, wie Haushaltsgeräte und Möbel, sind im Vergleich zum letzten Herbst moderat gestiegen.




Konsumklima in Südtirol besser als im europäischen Durchschnitt


Das Konsumklima in Südtirol bleibt nach wie vor etwas besser als im europäischen Durchschnitt. Der Konsumklimaindex der Europäischen Union (EU27) stieg zwar seit Oktober um 1,7 Punkte, lag aber im Januar bei -14,6 Punkten. In Italien war die Verbesserung etwas deutlicher, mit einem Anstieg von 3,3 Punkten in den letzten 3 Monaten, was den Indikator auf -13,6 brachte. Was Südtirols wichtigste Partnerländer betrifft, so sank der Index in Deutschland, auch aufgrund der gestiegenen Covid-Infektionen und Todesfälle um -3,8 Punkte, während Österreich eine leichte Verbesserung um +1,5 Punkte verzeichnete.

Die mit dem Recovery Fonds von der Europäischen Union zur Verfügung gestellten Geldmittel sind eine Chance für Italien, durch Infrastrukturprojekte die Wirtschaft und die Beschäftigung wieder zu beleben.

„In der jetzigen Situation werden, zusätzlich zu den EU-Geldern für Infrastrukturprojekte, dringend Verlustbeiträge beziehungsweise schnelle und direkte Hilfsgelder für die von der Corona-Krise stark betroffenen Unternehmen benötigt“, unterstreicht der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner.

stol