Die Inflationswelle hat ihren Höhepunkt überschritten, überwunden ist sie nicht: In der gesamten Euro-Zone stieg die Inflation im April überraschend sogar von 6,9 auf 7,0 Prozent. Die Kernrate, dabei werden Energie und Lebensmittel herausgerechnet, ging leicht von 5,7 auf 5,6 Prozent zurück. Das sind alles keine Signale der Entwarnung, weshalb die Währungshüter vorerst weiter an ihrem straffen Zinskurs festhalten.<BR /><BR /><i>Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab:</i><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="235868" data-mode="poll"></div></div> <BR /><BR />Die EZB erhöhte ihre Leitzinsen seit dem Juli 2022 bisher sechsmal in Folge. Der Zinssatz, zu dem Banken Geld von der EZB leihen können, beträgt aktuell 3,5 Prozent. Die Zinserhöhungen seit dem Sommer 2022 waren die stärksten in der Geschichte der EZB. Bei der morgigen Sitzung der EZB wird erwartet, dass die Zinsen um weitere 0,25 oder 0,5 Prozent angehoben werden. <BR /><BR />Diese Aussicht ist vor allem für Kreditnehmer problematisch, die teils schon jetzt massiv unter den steigenden Kosten für geliehenes Geld leiden. Viele, auch in Südtirol, können sich ob der gestiegenen Monatsraten nichts mehr beiseitelegen, in einigen Fällen haben sie gar Probleme, die Kredite zu bedienen und müssen bei der Bank um eine Streckung der Laufzeit ansuchen, was in der Regel nie ein gutes Geschäft für Kreditnehmer ist. <h3> Realzinsen bleiben negativ</h3>Die positive Seite von Zinserhöhungen spüren Sparer in Form von teils sehr attraktiven Angeboten. Wer sich etwa in Südtirol für ein Festgeldkonto mit einer Laufzeit von 12 bis 24 Monaten entscheidet, wird mit bis zu 3 Prozent und mehr belohnt. Das hat es hierzulande seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben. Nahezu unverändert ist die Situation für Sparer, die ihr Geld nur auf dem Kontokorrent parken. Da gibt es weiterhin nicht viel zu holen. Trotz der verlockenden Zinsen, die bei bestimmten Angeboten der Banken winken, sollten sich Sparer stets im Klaren sein, dass die Realzinsen bei den derzeitigen Inflationsraten (im März waren es in Südtirol 8,5 Prozent) immer noch klar negativ sind. <h3> Die EZB in der Zwickmühle</h3>Zu guter Letzt ist es auch für die EZB ein schwieriges Unterfangen, das richtige Maß bei ihren Zinsschritten zu finden. Dies vor allem deshalb, weil die Effekte der Zinserhöhungen in der Breite erst nach 18 bis 24 Monaten sichtbar werden. Über die Erhöhungen will sie die Geldwertstabilität wiederherstellen. Ist der Kampf gegen die hohe Inflation gewonnen, sollen die Zinsen wieder sinken. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass dies bereits 2024 der Fall sein könnte. <BR />