„Ich würde nicht von Weltuntergangsstimmung sprechen, aber die Unsicherheit unter den Hoteliers und Gastronomen in Europa spürte man in Irland schon deutlich. Ein Ende des Krieges im Nahen Osten und der Energiekrise ist nicht in Sicht. Wirtschaften unter solchen Rahmenbedingungen ist natürlich schwierig“, so Pinzger in einer Stellungnahme nach der HOTREC-Versammlung.<BR /><BR />Im Fokus der Branche steht derzeit vor allem eine Frage: Wie wirken sich Krieg, steigende Energiepreise und Probleme im Flugverkehr auf das Reiseverhalten aus? Besonders angespannt ist laut Pinzger die Lage im Städtetourismus. „Wenn wir an Venedig, Rom, Mailand oder Florenz denken: Italiens Metropolen sind stark vom internationalen Gast abhängig, vielfach von Langstreckenflügen. Hier sieht man bereits jetzt negative Effekte.“ Weniger Gäste aus Südostasien, dem arabischen Raum und Übersee würden derzeit eine Reise nach Europa planen. Gründe seien neben der geopolitischen Unsicherheit auch operative Probleme im Luftverkehr – Stichwort Flugstreichungen und knapper werdendes Kerosin.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305093_image" /></div> „Die Lage dürfte angespannt bleiben“, so Pinzger. Die Branche beobachte die Entwicklung genau, auch weil sich Angebot und Nachfrage im internationalen Flugverkehr kurzfristig weiter verschieben könnten.<h3> Alpenraum als Gewinner?</h3>Anders stellt sich die Situation im klassischen Sommerurlaub dar – etwa an der Adria oder in den Alpen. Hier sieht Pinzger sogar Chancen: „Südtirol dürfte gute Karten haben.“ Zwar ist in einigen Regionen, insbesondere in den Dolomiten, der Anteil internationaler Gäste in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mögliche Rückgänge aus Fernmärkten könnten heuer jedoch durch mehr europäische Urlauber kompensiert werden, glaubt er. <BR /><BR /><embed id="dtext86-74474050_quote" /><BR /><BR />„Abseits davon dominieren in Südtirol ohnehin eher die klassischen Herkunftsmärkte. Vor allem Gäste aus Deutschland und Italien dürften für Stabilität sorgen. Insgesamt erwarte ich eine solide bis leicht positive Entwicklung“, sagt Pinzger. Ein entscheidender Faktor in diesem Sommer: die Wahrnehmung von Sicherheit. „Südtirol und der gesamte Alpenraum gelten als verlässliche, sichere Destinationen. Gerade in unsicheren Zeiten gewinnen diese Aspekte wieder an Bedeutung.“<h3> „Keine Anpassung der Zimmerpreise nötig“</h3>Und wie stark belastet der jüngste Anstieg der Energiepreise die Betriebe? „Es gibt einen höheren Kostendruck, keine Frage“, so Pinzger. Eine unmittelbare Weitergabe der Mehrkosten an die Gäste in Form höherer Zimmerpreise erwartet er jedoch vorerst nicht. „Preiserhöhungen sind aktuell nicht zwingend notwendig.“ Vielmehr hofft die Branche, dass sich die geopolitische Lage entspannt und sich auch die Energiemärkte normalisieren.