EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso griff die Idee der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Banken notfalls mit frischem Staatskapital auszustatten.Merkel wiederholte am Donnerstag in Berlin ihren Vorschlag. Man müsse den Rat der Fachleute „sehr ernst nehmen“, sagte sie nach einem Treffen mit den Chefs von Weltbank, Internationalem Währungsfonds (IWF) und EZB. Experten seien mehr und mehr überzeugt, dass diese Kapitalaufstockung nötig sei. Das sei sicherlich „vernünftig angelegtes Geld“, sagte die Kanzlerin.Da die Branche Milliarden in Staatspapieren europäischer Krisenländer investiert haben, ist das Misstrauen der Banken untereinander gewachsen. Das zeigen die großen Summen, die die Finanzinstitute derzeit bei der EZB hinterlegen, anstatt das Geld für höhere Zinsen an eine andere Bank zu leihen.Die EU-Kommission greift kleinen und mittleren Unternehmen in Griechenland mit Fördergeldern unter die Arme. Von Mitte November an werde ein Fonds mit rund 500 Millionen Euro für den Mittelstand bereitstehen, sagte der EU-Regionalkommissar Johannes Hahn in Brüssel.Gelegenheit, vorbeugende Maßnahmen gegen eine Bankenkrise auf den Weg zu bringen, bietet der EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 17. und 18. Oktober in Brüssel."Koordinierte Aktion, um Banken zu rekapitalisieren"Geht es nach Barroso, sollten die 27 EU-Staaten möglichst gemeinsam dafür sorgen, dass die Banken mit ausreichend eigenem Kapital gegen die weiter nicht absehbaren Folgen der Schuldenkrise abgesichert sind. In einem Interview mit dem Internetdienst YouTube und dem TV-Sender Euronews sagte er: „Mit Blick auf Risikopapiere (...) schlagen wir nun den Mitgliedstaaten eine koordinierte Aktion vor, die Banken zu rekapitalisieren ...“ Mitgliedstaaten sollten aber zu nichts verpflichtet werden.Merkel sagte dazu in Leipzig: „Wir warten auf die Empfehlung, die von der Europäischen Bankenaufsicht kommen wird. Wir nehmen die neue Empfehlung, sollte sie kommen, sehr aufmerksam zur Kenntnis.“Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) in London will angeblich erneut die Widerstandsfähigkeit der Banken prüfen. Möglicherweise fehlten den Banken bis zu 200 Milliarden Pfund (232 Mrd. Euro) an Kapital fehlten, berichtete die „Financial Times“ (Donnerstag). Die EBA wies den Bericht zum Teil zurück. Man habe keinesfalls eine „neue Runde von Stresstests“ angekündigt, erklärte eine Sprecherin.Die schwere Schuldenkrise in Griechenland, Portugal und Irland könnte zu Ausfällen bei den Staatspapieren dieser Länder führen. Infolge dessen müssten die Banken Abschreibungen machen zulasten ihres Eigenkapitals.Der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kündigte an, den Instituten Geld mit besonders langer Laufzeit von einem Jahr zur Verfügung zu stellen und wieder sogenannte gedeckte Anleihen wie Pfandbriefe zu kaufen. Das Volumen der Ankäufe bezifferte Trichet auf 40 Milliarden Euro. Damit greift die EZB auf Instrumente aus der Zeit der Finanzkrise von 2008 zurück. Aktuell hat die EZB Anleihen aus Schuldenstaaten im Wert von 160,5 Milliarden Euro in den Büchern.Die Aktien des vor der Zerschlagung stehenden Finanzkonzerns Dexia wurden am Donnerstag nach einem weiteren Kurssturz vom Handel in Paris und Brüssel ausgesetzt. apa/dpa