Donnerstag, 11. April 2019

Kroatien zeigt sich offen für Investitionen aus China

Das jüngste EU-Mitglied Kroatien zeigt sich im Vorfeld des diesjährigen China-Mittel-OstEuropa-Gipfels, der am Donnerstag in der kroatischen Adriastadt Dubrovnik beginnt, offen für chinesische Investitionen. Die Regierungen der beiden Länder werden laut Medienberichten insgesamt zehn bilaterale Abkommen unterzeichnen.

Kroatien empfing China mit allen Ehren. - Foto: APA (AFP)
Kroatien empfing China mit allen Ehren. - Foto: APA (AFP)

Einige Kooperationsabkommen, darunter im Bereich der Bahninfrastruktur und Landwirtschaft, wurden bereits beim bilateralen Treffen am Mittwoch in Zagreb unterzeichnet, weitere sollen beim sogenannten 16+1-Gipfel folgen. Die chinesische Seite hat Berichten zufolge auch ganz konkrete Projekte hervorgehoben, unter anderem in der Bahn- und Hafeninfrastruktur sowie im Schiffsbau, berichteten kroatische Medien.

Chinas Premierminister Li Keqiang bezeichnete die bilaterale Gespräche mit dem kroatischen Amtskollegen Andrej Plenkovic als „fruchtbringend”. Die beiden Länder seien bereit, eine „diamantene Ära” in ihren Beziehungen zu eröffnen. Der kroatische Premier sprach von einer „großen Chance” für Kroatiens Wirtschaft.

Hafen Rijeka bald größter Exporthafen für europäische Produkte nach China?

Nach informellen Informationen der Tageszeitung „Jutarnji list” zeigten die Chinesen Interesse an der Bahnstrecke zwischen der Hafenstadt Rijeka und der Hauptstadt Zagreb. Wirtschaftsminister Darko Horvat bestätigte gegenüber dem Regionalsender N1, dass ein entsprechendes Angebot an chinesische Unternehmen übermittelt werde. Mit der Erneuerung der Strecke, die den Hafen über Zagreb mit Budapest verbinden würde, würde der Hafen Rijeka zum größten Exporthafen für europäische Produkte nach China werden, sagte der Minister.

Chinesische Firmen wollen sich auch an einer laufenden Ausschreibung für die 50-jährige Konzession für den Containerterminal im Hafen Rijeka bewerben, berichtete „Jutarnji list”. Darüber hinaus sollen Chinesen auch am angeschlagenen Schiffsbauunternehmen Uljanik interessiert sein. Der größte kroatische Schiffsbauer, der Werften in Rijeka und Pula betreibt und am Rande des Bankrotts steht, bräuchte dringend einen finanzkräftigen strategischen Partner.

apa

stol