Ein Tagesverlust von 4 Prozent summiert sich mit den Rückgängen des Vortages auf ein Minus von insgesamt 9 Prozent in dieser Handelswoche. Seit Monatsbeginn beläuft sich der Rückgang auf 15 Prozent. Die Mailänder Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ hat die Lage analysiert.<BR /><BR />Noch dramatischer sind die Einbrüche bei den sogenannten Altcoins: Ethereum, die zweitgrößte Blockchain-Plattform, musste innerhalb von 2 Tagen einen Rückgang von 15 Prozent hinnehmen, seit Monatsbeginn sind es sogar 26 Prozent. Besonders hart traf es Solana, eine Plattform, die sich insbesondere für die Generierung von Memecoins etabliert hat – darunter auch eine Token-Kreation des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Hier fiel der Kurs allein in dieser Woche um 16 Prozent, seit Monatsbeginn um ganze 40 Prozent. Insgesamt sank die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptosektors im Februar von 3,5 Billionen auf 2,8 Billionen US-Dollar.<h3> Wall Street als Mitverursacher?</h3>Auch an den traditionellen Finanzmärkten ist die Stimmung eingetrübt. Der Technologieindex Nasdaq verzeichnete in den vergangenen 2 Sitzungen Verluste von mehr als 2 Prozent. Der S&P 500 fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten und hat damit seine Gewinne des bisherigen Jahres fast vollständig eingebüßt.<BR /><BR />Der Rückgang an den Aktienmärkten dürfte auch auf die Kryptomärkte ausstrahlen, die traditionell eine höhere Volatilität aufweisen. Starke Korrekturen sind in der Geschichte des Bitcoin nicht ungewöhnlich, doch die aktuelle Abwärtsbewegung wird von einem zusätzlichen Faktor begleitet: dem größten Diebstahl in der Geschichte der Kryptowährungen.<h3> Rekord-Hack auf Bybit: Milliardenbeute für Hacker?</h3>Vergangenen Freitag gelang es Hackern, aus den digitalen Tresoren der in Dubai ansässigen Krypto-Börse Bybit umgerechnet 1,5 Milliarden US-Dollar zu entwenden. Technisch gesehen handelt es sich um rund 400.000 gestohlene Ethereum-Token. Laut ersten Analysen soll das berüchtigte Lazarus-Kollektiv aus Nordkorea hinter dem Angriff stecken. Die Cybersicherheitsbehörden, Blockchain-Analysten und Kryptobörsen arbeiten derzeit fieberhaft daran, die gestohlenen Summen zu verfolgen und deren Umwandlung in Fiat-Währungen zu verhindern. Eine Herausforderung, die sich voraussichtlich über Monate hinziehen wird.<BR /><BR />Bybit-CEO Ben Zhou versicherte zwar umgehend, dass alle Kundeneinlagen in einem Verhältnis von 1:1 gesichert seien, doch der Vorfall dürfte viele Investoren verunsichert haben. Möglicherweise war der Hackerangriff der letzte Anstoß für eine Korrektur, die sich ohnehin angedeutet hatte.<h3> Angst statt Gier: Der Stimmungsumschwung der Investoren</h3>Noch Anfang des Monats dominierte in der Krypto-Community Optimismus. Besonders die Diskussionen in den USA über eine mögliche Einführung von Bitcoin als strategische Reserve sorgten für positive Impulse. Doch inzwischen hat sich die Stimmung dramatisch gewandelt. Der sogenannte Fear and Greed Index, ein Indikator für die Marktpsychologie, fiel innerhalb eines Tages von 49 Punkten (neutral) auf nur noch 25 Punkte – ein klares Signal für „extreme Angst“.<BR /><BR />Ob sich der Markt kurzfristig erholt, könnte auch von der Wall Street abhängen. Dort stehen heute Abend nach Börsenschluss die Quartalszahlen des Chipherstellers Nvidia an. Die Ergebnisse des KI-Giganten könnten für neue Dynamik sorgen – oder weitere Unsicherheit schüren. Für Krypto-Investoren weckt das bange Erinnerungen an November 2022, als der Zusammenbruch der Handelsplattform FTX eine regelrechte Kettenreaktion auslöste. Auch diesmal stehen turbulente Tage bevor.