Mittwoch, 01. April 2015

Kunden wissen ab heute besser, woher das Fleisch kommt

Ab 1. April 2015 gelten neue Etikettierungsregeln für Fleisch von Schwein, Schaf, Ziege und Geflügel. Ein erster Blick in die Fleischregale zeigt, "dass ein Schritt in die richtige Richtung gemacht wurde", sagt Gunde Bauhofer von der Verbraucherzentrale. Wermutstropfen der neuen Regelung: Schinken & Co. sind ausgenommen.

Beim Blick auf die Etikette sollen Verbraucher künftig detaillierter Auskunft erhalten.
Badge Local
Beim Blick auf die Etikette sollen Verbraucher künftig detaillierter Auskunft erhalten. - Foto: © shutterstock

Mit 1. April tritt die EU-Verordnung Nr. 1337/2013 in Kraft. Auf den Etiketten finden Verbraucher nun eine der zwei folgenden Angaben:

1. „Aufgezogen in“: Name des Mitgliedstaats bzw. Drittlands, gefolgt von der Information „Geschlachtet in“, mit Angabe des Mitgliedstaats bzw. Drittlands

2. „Ursprung“: Name des Mitgliedstaats oder Drittlands, wenn das Fleisch von Tieren stammt, die in einem einzigen Mitgliedstaat bzw. Drittland geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden

Erste Kontrolle im Supermarkt war positiv

"Der Blick in die Supermarktregale heute hat gezeigt, Hähnchenkeule und Pute waren rechtmäßig gekennzeichnet", zeigt sich Beraterin Gunde Bauhofer zufrieden. 

Die Verbraucherzentrale Südtirol begrüßt die verstärkte Transparenz: "Je detaillierter die Angaben auf den Etiketten, umso bewusster kann die Kaufentscheidung ausfallen", so Bauhofer. Der Kunde habe auch alles Recht der Welt, darüber Bescheid zu wissen. "Und wir merken eine gewissen Sensibilität bei den Menschen."

Verstärkte Transparenz sei der erste Ansatz, um die Wiederholung von Lebensmittelskandalen der Vergangenheit zu vermeiden.

Verarbeitetes Fleisch ist ausgenommen

"Leider bleiben Pferdefleisch, Hasenfleisch sowie das verarbeitete Schweinefleisch von der Verordnung ausgenommen", beanstandet die Verbraucherzentrale. Laut Angaben des nationalen Landwirteverbands Coldiretti werden in Italien zwei von drei Schinken und ähnlichen Produkten aus ausländischem Schweinefleisch hergestellt, und die Verbraucher erhalten hier keine Information.

"Schinken, Salami und Co. müssen überhaupt nicht gekennzeichnet werden. Wenn in der Regelung steht: Der Unternehmer "kann kennzeichnen", dann passiert in der Regel nichts", so Bauhofer. Es gebe wenige, löbliche Ausnahmen, die  eine Positivkennzeichnung vornehmen würden.

Ein erster Schritt sei dennoch getan. Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten wollen die Situation vorerst anhand der neuen Regelungen bewerten und zu einem späteren Zeitpunkt womöglich eine detailliertere Informationspflicht einführen.

stol/ker

stol