Dienstag, 27. November 2018

Laas: Innovativer Transport des Marmors

Im Nationalparks Stilfserjoch befinden sich mehrere Marmorbrüche: der Weißwasserbruch, der Tarnellerbrückebruch und der Nesselwandbruch im Gemeindegebiet von Laas. Die hier abgebauten Rohblöcke werden mit einer Materialseilbahn zur Transportbahn Laaser Tal, von dort über die Schrägbahn zur Transportbahn Tal und von dort zum Werksgelände transportiert. Die Transportkapazität ist allerdings begrenzt. Das soll zukünftig mit innovativen Technologien und mit wasserstoffbetriebenen Transportfahrzeugen erfolgen.

Der Abtransport der Marmorblöcke im Nationalpark Stilfserjoch soll zukünftig mit innovativen Technologien und mit wasserstoffbetriebenen Transportfahrzeugen erfolgen. - Foto: lpa
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Der Abtransport der Marmorblöcke im Nationalpark Stilfserjoch soll zukünftig mit innovativen Technologien und mit wasserstoffbetriebenen Transportfahrzeugen erfolgen. - Foto: lpa

Die Transportkapazität der 88 Jahre alten, dieselelektrisch betriebenen Technik wurde wegen Materialermüdung und aufgrund der geltenden Sicherheitsbestimmungen von ehemals 40 Tonnen auf 18 Tonnen pro Fahrt begrenzt. Deshalb müssen derzeit zusätzlich dieselbetriebene Lastwagen für den Abtransport eingesetzt werden. Diese 3 Brüche sind Eigentum der Eigenverwaltung Laas, sie wurden bis Ende des Jahres 2033 an die Lasa Marmo GmbH verpachtet.

Göflaner Marmor kann nur in den Sommermonaten abgebaut werden

Ebenfalls im Gemeindegebiet von Laas liegen der Jennwandbruch, der Madstehlenbruch und der Zirmwandbruch auf einer Höhe von rund 2228 Metern. Die Abbaurechte hat hier die Lechner Marmor AG.

Im Göflaner Marmorbruch im Gemeindegebiet von Schlanders auf einer Höhe von circa 2220 Metern Meereshöhe kann der Abbau nur in den Sommermonaten erfolgen; der hier gewonnene Marmor wird ausschließlich mit Lastkraftwagen zu Tal gebracht.

Der Göflaner Marmorbruch ist Eigentum der Göflaner Alpengenossenschaft und Eigenverwaltung Göflan und bis September 2033 an die Göflaner Marmor GmbH verpachtet.

In Zukunft nachhaltiger und umweltschonender

Der am Dienstag von der geschäftsführenden Landesregierung gefasste Beschluss ist der Auftakt dazu, um den Marmorabtransport für alle diese Brüche in eine neue Zukunft zu führen. Dafür haben alle an diesen Marmorbrüchen Beteiligten eine Absichtserklärung ausgearbeitet.

„Es ist notwendig", unterstreicht Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, „Maßnahmen zu setzen, um den Abtransport des Marmors zukünftig über ein einziges Unternehmen zu möglichst gleichen Bedingungen für alle Bruchbetreiber zu gewährleisten".

Der Abtransport des Marmors soll in Zukunft nach modernsten Technologien und mittels wasserstoffbetriebener Transportfahrzeuge über die Straße erfolgen, legt Landesrat Schuler dar.

Ziel: Emissionsfreier Abbau des Marmors

Diese Art von Abtransport kann auch als Grundlage für eine nachhaltige und umweltschonende industrielle Tätigkeit im Nationalpark Stilfserjoch und für die mögliche Entwicklung eines emissionsfreien Abbaus des Marmors dienen.

Ein weiteres Ziel ist es, die Schrägbahn im Weißwasserbruch auch touristisch zu nutzen, um damit zu einer nachhaltigen touristischen Entwicklung des eher strukturschwachen Gebietes beizutragen.

stol/lpa

stol