Die Experten des Landesversuchszentrums sehen aber auch Vorteile durch die Klimaerwärmung – und eine Frucht hat in Südtirol Zukunftschancen. Einiges an Kopfzerbrechen bereitet eine Vorgabe der EU.<BR /><BR />Bei der gestrigen Vorstellung des Laimburg Reports 2020-2021wies Landesrat Arnold Schuler darauf hin, dass das Versuchszentrum trotz der Pandemie 2021 die Zahl seiner Projekte erhöht habe. Gestiegen ist auch die Zahl der Versuche und der wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Die Zahl der Mitarbeiter ist von 168 im Jahr 2019 auf 216 im Jahr 2021 gewachsen.<BR /><BR />Das Versuchszentrum hat 2021 rund 9,56 Millionen Euro vom Land als Grundfinanzierung erhalten – dazu kommen 1,45 Millionen Euro an Erträgen aus Verkäufen und Labordienstleistungen – und 1,97 Millionen Euro sind Finanzierungen aus Drittmittelprojekten – macht zusammen 13 Millionen Euro. <h3> „Schon große Probleme“</h3>Der Klimawandel verändert den Obstbau: „In manchen Lagen gab es schon große Probleme mit frühen Apfelsorten wie Gala“, berichtet Schuler. Direktor Oberhuber weist darauf hin, dass Äpfel hohe Temperaturschwankungen brauchen – kühle Nächte – damit Qualitätsmerkmale herausgebildet werden wie die Farbe. Dies könne künftig aufgrund des Klimawandels vermehrt fehlen. Heuer im Sommer gab es davon eine Kostprobe.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="825131_image" /></div> <BR /><BR />Aufgrund des Klimawandels nehmen die Niederschläge im Frühjahr und Herbst zu – „das sind die heiklen Zeiten für die Entwicklung der Pilzkrankheiten“, erklärt Oberhuber. „Regnet es im Frühjahr mehr, so entwickeln sich die Pilzkrankheiten stärker. Damit müssen wir künftig im Obst- und Weinbau verstärkt rechnen.“ Eine immer frühere Apfelblüte aufgrund des Klimawandels führe weiters dazu, dass sich die Zeiten für möglichen Spätfrost verlängern – dadurch müsse dann öfters auf die Frostberegnung zurückgegriffen werden. Und nicht überall im Land gebe es eine Frostberegnung. <BR /><BR />Der Klimawandel habe aber auch positive Seiten: Höhere Lagen seien agronomisch besser nutzbar – „der Weinbau wandert relativ intensiv hinauf in die Höhe“, erklärt der Direktor.<h3> Neue Mittel gegen Schädlinge und Krankheiten</h3>Der Einsatz chemischer Mittel müsse künftig reduziert werden: „Laut dem Europäische Grünen Deal ist eine Reduktion der chemisch-synthetischen Mittel auf die Hälfte vorgesehen – bis 2030“, berichtet Oberhuber. „Die Zulassungen für die Mittel müssen immer wieder erneuert werden – einige werden dann wegfallen. Wir brauchen neue Mittel. Wenn synthetische Mittel von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert werden, dann hat der Bereich der Pflanzen und Mikroorganismen doch noch etwas zu bieten. Das muss dann mit mehr Kraft erforscht werden.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="823289_image" /></div> <BR />Das Versuchszentrum könnte deshalb weitere Chemiker, Mikrobiologen und Entomologen gut gebrauchen. Eine andere Möglichkeit wäre es, vermehrt auf Apfelsorten zu setzen, die nicht so anfällig auf Krankheiten oder Schädlinge sind – allerdings müssen diese auch für den Markt interessant sein. Zukunftsweisend wäre weiters „eine präzisere Anwendung“ – mit weniger Mitteln die gleiche Wirkung zu erzielen <h3> Walnüsse und Haselnüsse haben Zukunft</h3>Zukunftschancen sieht Oberhuber im Anbau von Nüssen: Es gebe in Südtirol Zonen, wo man Walnüsse gut anbauen könne. Auch Haselnüsse würden mancherorts gut gedeihen. „Wir arbeiten da mit der Stiftung Mach zusammen. Im Trentino gibt es Gebiete mit großer Tradition an Walnussanbau. Wir wollen die wissenschaftliche Kompetenz mit der Stiftung Mach zusammenlegen.“ Der Bauer könnte Nüsse direkt über den Bauernmarkt, ab Hof oder an Gastbetriebe verkaufen. <BR />