Montag, 06. Juli 2015

Lagarde: IWF wird Griechenland notfalls helfen

Nach dem Griechen-Nein im Referendum über die Spar- und Reformauflagen hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine grundsätzliche Bereitschaft zu Hilfen für Athen erklärt. IWF-Chefin Christine Lagarde teilte am Montag mit, der Währungsfonds habe den Ausgang der Volksabstimmung „zur Kenntnis“ genommen.

IWF-Chefin Christine Lagarde
IWF-Chefin Christine Lagarde - Foto: © LaPresse

„Wir beobachten die Situation genau und stehen bereit, Griechenland zu unterstützen, wenn darum gebeten wird“, so Lagarde.

Bei dem Referendum hatten am Sonntag gut 61 Prozent der Teilnehmer gegen die Forderungen der internationalen Gläubiger votiert. Die Griechen unterstützten damit klar das Vorgehen der Regierung des Linkspolitikers Alexis Tsipras im Schuldenstreit mit der EU und dem IWF.

Dem Euro-Mitglied droht ohne weitere Finanzhilfen der Staatsbankrott. Die Geldgeber wollen weitere Unterstützung aber nur gegen Auflagen gewähren.

In der vergangenen Woche war Griechenland als erster Industriestaat beim IWF in Zahlungsverzug geraten. Athen ließ die Frist für eine fällige Rate von 1,5 Mrd. Euro verstreichen. Zuvor hatten Griechenlands Euro-Partner ihr Hilfsprogramm für Athen auslaufen lassen, nachdem Verhandlungen über eine Verlängerung geplatzt waren.

Die Tsipras-Regierung bemüht sich derzeit um einen Aufschub von Kreditrückzahlungen an den IWF, Lagarde schloss eine Fristverlängerung in den vergangenen Monaten aber klar aus. Solange Griechenland mit seiner Tilgung im Rückstand ist, darf der IWF dem Land laut seinen Statuten keine weiteren Finanzhilfen auszahlen.

apa/afp

stol