Trotz Frostberegnung dürfte die Kältewelle in der Landwirtschaft ihre Spuren hinterlassen haben. <BR /><BR /><BR /><i>Von Stephan Pfeifhofer</i><BR /><BR />„Die Nacht auf Donnerstag war die kälteste in dieser Serie“, teilt Landesmeteorologe Dieter Peterlin mit. Mit heute dürfte der Frost dann aber gebrochen sein, sagt Peterlin. Denn am Wochenende werde es nachts bewölkt, dann kühle es nicht mehr so stark ab. Und damit können viele Bauern aufatmen. <BR /><BR />Beim Steinobst ist die Blüte zum Teil vorbei – zum Teil steht sie aber noch bevor, berichtet Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler. Schäden seien zwar zu befürchten, aber noch sei unklar, in welchem Ausmaß und wie sehr auch die Qualität der Früchte leiden werde. Erst in einigen Wochen wisse man mehr. <BR /><BR /><b>Das Eis wiegt schwer</b><BR /><BR />Die Frostberegnung ist ein effizientes Mittel, um Schäden an Obstanlagen zu verhindern, aber wenn es über viele Stunden kalt ist – bis zu minus 7 oder minus 8 Grad – dann kommt auch die Frostberegnung an ihre Grenzen, berichtet der Koordinator des Beratungsringes, Robert Wiedmer. Bei manchen tiefen Temperaturen werde trotz Frostberegnung nicht mehr genügend Wärme frei. So könne es auch dort zu qualitativen Schäden an den Apfelanlagen kommen. Das Eis wiege schwer an den Apfelbäumen – so dass mancherorts einige Bäume oder sogar Baum-Reihen umgefallen seien, erzählt Wiedmer.<BR /><BR />Voraussetzung für die Frostberegnung sei die Verfügbarkeit von ausreichend Wasser. „Sonst kehrt sich der Effekt ziemlich schnell um, und es verdunstet mehr Wasser als gefriert, und danach hat man dann viel die größeren Schäden“, erklärt Wiedmer. An manchen Hanglagen sei der Wassermangel Ursache dafür, dass keine Frostberegnung möglich ist.<BR /><BR /><b>Windräder als Alternative</b><BR /><BR />Zu den Alternativen zur Frostberegnung zählen Windräder. Aber: „Die Windräder funktionieren nur bei Strahlungsfrost – wenn sich kältere Luftschichten am Boden befinden und wärmere darüber und man dann versucht, die wärmere und kältere Luft zu durchmischen“, erklärt der Koordinator des Beratungsringes. In den Nächten auf Mittwoch und Donnerstag habe es aber Windfrost gegeben und keinen Strahlungsfrost. Wenn es einen halben Meter über dem Boden und in 3 Metern Höhe gleich kalt sei, gebe es nichts zu durchmischen. Auch Heizquellen wie Paraffinkerzen oder kleine Öfen werden bei Apfelanlagen gegen den Frost eingesetzt, berichtet Wiedmer. <BR /><BR /> Die Blüte ist für die Bäume die empfindlichste Phase, erklärt der Agronom und Bewässerungsexperte des Versuchszentrums Laimburg, Martin Thalheimer. „In den Hügellagen blühen derzeit die Kirschen – dort steht aber keine Frostschutzbewässerung zur Verfügung.“<BR />