Demnach könnten auf eine Familie im kommenden Quartal zusätzliche Ausgaben von bis zu 633 Euro für Lebensmittel, Energie, Kraftstoff und Schulbedarf zukommen.<BR /><BR />Grundlage der Berechnung des „Sole 24 Ore“ ist ein Warenkorb mit 31 Produkten. Demnach stiegen die wöchentlichen Ausgaben einer Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind von 100 Euro im Juli 2021 auf 129,50 Euro im Juli dieses Jahres. Das entspricht einem Anstieg von 29,5 Prozent und liegt deutlich über der allgemeinen Inflationsrate von 21 Prozent im selben Zeitraum.<h3> Besonders kräftig stiegen die Preise für Gemüse</h3>Besonders kräftig stiegen die Preise für Gemüse, die im Schnitt um 39 Prozent zulegten. Kaffee verteuerte sich um 51 Prozent, natives Olivenöl extra um 47 Prozent. Für Tomaten mussten Verbraucher 45 Prozent mehr bezahlen, für Kartoffeln 44 Prozent und für Auberginen 41 Prozent. Rindfleisch wurde 31 Prozent teurer, Hühnerfleisch 34 Prozent.<BR /><BR />Die Preisentwicklung verändert offenbar auch das Einkaufsverhalten. <BR />Der Anteil der Familien, die nach eigenen Angaben Menge oder Qualität der gekauften Lebensmittel reduziert haben, stieg von 24,3 Prozent im Jahr 2021 auf 31 Prozent im Jahr 2024. Seitdem sind die Lebensmittelpreise weiter gestiegen. Für die kommenden Monate rechnet Codacons mit einer zusätzlichen Belastung von bis zu 633 Euro für eine Familie mit zwei Autos und einem schulpflichtigen Kind.<h3> Den größten Anteil könnten dabei die Energiekosten ausmachen</h3> Den größten Anteil könnten dabei die Energiekosten ausmachen. Sollten sich die derzeitigen Preise halten, könnten die Ausgaben für Strom und Gas zwischen September und November um insgesamt rund 205 Euro steigen. Der Verband Elettricità Futura, der zum Industriellenverband Confindustria gehört, bezeichnete diese Einschätzung hingegen als „unnötige Panikmache“. Die meisten Haushalte hätten Festpreisverträge. <BR /><BR />Bei indexierten Verträgen würden mögliche Erhöhungen auf wenige Cent pro Tag begrenzt bleiben. Auch beim Tanken drohen höhere Kosten. Bei den derzeitigen Preisen und unter der Annahme von zwei Tankfüllungen pro Monat erwartet Codacons im kommenden Quartal gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 Mehrkosten von 145 Euro für ein Dieselauto und 93 Euro für ein Benzinfahrzeug. Hinzu könnten steigende Preise für Lebensmittel und Getränke kommen. Bei einem angenommenen Anstieg der Verkaufspreise um drei Prozent zwischen September und November würde eine Familie laut Codacons rund 70 Euro mehr für Lebensmittel ausgeben. <h3> CGIL sieht dringenden Handlungsbedarf bei Löhnen</h3>Auch der öffentliche und private Verkehr dürfte teurer werden. Codacons rechnet hier mit zusätzlichen Kosten von rund 68 Euro pro Familie im betrachteten Quartal. Für Restaurantbesuche, Pizzerien, Bars und Lieferdienste könnten weitere 20 Euro anfallen. Familien mit schulpflichtigen Kindern müssen sich zudem auf höhere Ausgaben zum Schuljahresbeginn einstellen. Für Bücher und Schulmaterial werden derzeit rund 32 Euro mehr pro Familie als im Vorjahr veranschlagt.<BR /><BR />Die Gewerkschaft CGIL sieht angesichts der Preisentwicklung dringenden Handlungsbedarf bei den Löhnen. Seit 2021 seien die Reallöhne in Italien um mehr als acht Prozent gesunken. Die Gewerkschaft CISL fordert unter anderem, auslaufende Tarifverträge zügig zu erneuern und die Steuerbelastung zu senken.