Montag, 12. Dezember 2016

Lebensqualität: Am besten in Aosta – Südtirol rutscht ab

Als die Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ im vergangenen Jahr ihr Ranking zur Lebensqualität im Staat veröffentlichte, rangierte Südtirol noch an höchster Stelle: Platz 1. Nun, ein Jahr später, lebt es sich in Aosta am besten – und Südtirol ist ganze sechs Plätze abgerutscht.

Am Montag hat „Il Sole 24 Ore“ sein jährliches Ranking zur Lebensqualität in den 110 italienischen Provinzen veröffentlicht. Südtirol rangiert auf Rang 7 (im Bild: Sand in Taufers).
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Am Montag hat „Il Sole 24 Ore“ sein jährliches Ranking zur Lebensqualität in den 110 italienischen Provinzen veröffentlicht. Südtirol rangiert auf Rang 7 (im Bild: Sand in Taufers).

Am Montag hat „Il Sole 24 Ore“ das jährliche Ranking zur Lebensqualität in den italienischen 110 Provinzen veröffentlicht. „Sieger“ der Studie ist das Aostatal. Auf dem „Siegertreppchen“ folgen Mailand und Trient. Die wichtigste Neuigkeit für Südtirol: Die Provinz Bozen rutscht vom 1. auf den 7. Platz.

Das Aostatal nimmt, nach 1993 und 2008, zum dritten Mal den ersten Platz ein. Ein Erfolg, der vorwiegend auf die Bereiche Demografie, Wirtschaft und öffentliche Ordnung gründet. Das Aostatal kommt im „Sole“-Ranking auf 589 Punkte.

Südtirols Stärken und Schwächen

38 Punkte weniger konnte Südtirol einfahren – genauso viele wie die Provinz Florenz, die vom „Sole“ auf Rang 6 gereiht wird.

Gut schneidet Bozen unter anderem beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (mit 36.329 Euro auf Rang 2) und bei den Bankeinlagen pro Kopf (mit 33.713 Euro auf Rang 4) ab. In Sachen (Jugend)Erwerbstätigkeit steht Südtirol italienweit gar am besten da.

Schlecht ist es laut „Sole“ hingegen in Sachen „höhere Bildung“ bestellt: Nur 30 von 1000 Personen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren haben einen Hochschulabschluss – die geringste Quote in ganz Italien. Im Vergleich dazu: Spitzenreiter Ascoli kommt auf 108 Akademiker.

Mehr Parameter

In der 27. Ausgabe der Studie wurden die Parameter, auf deren Grundlage das Provinzranking basiert, von 36 auf 42 erhöht. Man habe etwa die Aufmerksamkeit verstärkt auf die gesellschaftlichen Bedürfnisse und Probleme gelegt, erklärt das Wirtschaftsblatt. Dazu gehören etwa die Faktoren: Immobilienwert, Jugendbeschäftigung, Innovationsfähigkeiten, Integration von Migranten, sozialstaatliches Angebot sowie bürgerliche Partizipation.

Nord-Süd-Gefälle bleibt bestehen, Autonomien punkten

Das Bild, das sich 2016 zeigt, bestätigt jenes aus früheren Jahren - so bleibt etwa das Nord-Süd-Gefälle weiterhin bestehen, mittelgroße oder kleine Gebietskörperschaften, die zudem über eine Autonomie verfügen, stehen im Vergleich zu anderen Provinzen besser da.

Auf den hintersten Rängen finden sich süditalienische Provinzen wieder, auf dem letzten Platz - in puncto Lebensqualität - landet Vibo Valentia, eine kalabresische Provinzhauptstadt.

stol

stol