Montag, 11. April 2016

„Lehre wird noch attraktiver“

Der Landtag hat letzte Woche eine Abänderung des Lehrlingsgesetzes genehmigt, welche bedeutende Neuerungen für die Berufsausbildung enthält. „Einer der wichtigsten Meilensteine, die wir damit erreicht haben, ist die zukünftige Möglichkeit, die Matura berufsbegleitend über eine Lehre zu absolvieren“, unterstreicht lvh-Vizepräsident Martin Haller.

Im Bild (von links): Gemeinsam unterwegs für das Image des Südtiroler Handwerks: Josef Lanz, ehemaliger Worldskills Italy Official Delegate, lvh-Vizepräsident Martin Haller, Bildungslandesrat Philipp Achammer, lvh-Präsident Gert Lanz, Worldskills Italy Teamleader Valentin Piffrader und Junghandwerkerchefin Jasmin Fischnaller
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Im Bild (von links): Gemeinsam unterwegs für das Image des Südtiroler Handwerks: Josef Lanz, ehemaliger Worldskills Italy Official Delegate, lvh-Vizepräsident Martin Haller, Bildungslandesrat Philipp Achammer, lvh-Präsident Gert Lanz, Worldskills Italy Teamleader Valentin Piffrader und Junghandwerkerchefin Jasmin Fischnaller

Es sind gleich drei konkrete Punkte, die der Landtag am letzten Freitag im Sinne der dualen Ausbildung beschlossen hat. Die wichtigste Neuheit betrifft die Möglichkeit des Maturaabschlusses in der Berufsbildung.

„Mit der Anpassung des aktuellen Lehrlingsgesetzes wurde die Voraussetzung geschaffen, dass junge Handwerkerinnen und Handwerker nach erfolgreichem Abschluss der vierjährigen Lehre, die Matura berufsbegleitend über einen weiteren, zweijährigen Lehrvertrag absolvieren können“, freut sich der Vizepräsident im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister Martin Haller.

Durch den staatlich anerkannten Maturaabschluss erhalten die künftigen Neugesellen den vollen Zugang zur Weiterbildung, ihnen stehen die Türen zu höherer Bildung an Universitäten, Fachhochschulen usw. offen.

„Damit ist uns ein Meilenstein zur Verbesserung und Attraktivitätssteigerung der erfolgreichen dualen Ausbildung gelungen“, unterstreicht auch Junghandwerkerchefin Jasmin Fischnaller, die hofft, dass die diesbezüglichen Durchführungsbestimmungen so rasch wie möglich ausgearbeitet werden, damit eine berufsbegleitende Matura bereits im Schuljahr 2017/18 möglich ist.

Anpassung der Lehrzeit aller Berufe auf vier Lehrjahre

Eine Bestrebung innerhalb dieser Gesetzesabänderung sollte laut lvh auch die Anpassung der Lehrzeit aller Berufe auf vier Lehrjahre sein. „Aktuell ist es so, dass für Berufe im Nahrungsmittel- und Druckbereich, aber auch zahlreiche Berufe im Bau wie zum Beispiel die Fliesenleger, Bodenleger, Tapezierer, Hafner, Kaminkehrer und die Tiefbauer lediglich eine dreijährige Lehre vorgesehen ist. Daraus ergab sich natürlich das Problem, dass diese Berufe nicht die Voraussetzung für den Zugang zur Matura hatten“, erklärt Haller.

Auch dies wurde im vorliegenden Lehrlingsgesetz abgeändert: Nun besteht die Möglichkeit, ein optionales viertes Lehrjahr einzuführen und dadurch die Matura in der Berufsbildung anzustreben. „Eine noch bessere Lösung wäre die Lehrzeit dieser Berufe auf vier Jahre anzuheben, um einerseits die Qualität der Lehre zu steigern und andererseits dieselben Grundvoraussetzungen wie jene der vierjährigen Lehrberufe zu schaffen“, so Haller.

Lehre verlängern

Eine wichtige Lücke schließt der Gesetzgeber zukünftig auch mit der Möglichkeit, die Lehre um bis zu einem Jahr zu verlängern. „Es gab mehrere Fälle, wo Lehrlinge am Ende ihrer vertraglichen Lehrzeit die schulische Ausbildung noch nicht abgeschlossen hatten. Wenn ein Schuljahr nachgeholt werden muss oder wenn am Ende der Lehrzeit noch ein paar Monate Schulzeit fehlen, kann man in Zukunft eine Lehrverlängerung bis maximal ein Jahr beantragen“, so Haller.

Im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister ist man nun bestrebt gemeinsam mit dem Bildungslandesrat Philipp Achammer die entsprechenden Durchführungsbestimmungen auszuarbeiten, mit dem das Organisationsmodell und sämtliche weitere Details für den berufsbegleitenden Lehrgang der Matura in der Berufsbildung definiert werden.

„Wir haben diese bedeutenden Meilensteine nur in Zusammenarbeit mit dem lokalen Bildungslandesrat und den Südtiroler Parlamentariern erreicht. Dafür möchten wir ihnen unseren Dank aussprechen“, so lvh-Vizepräsident Martin Haller und die Vorsitzende der Junghandwerker im lvh Jasmin Fischnaller.

stol