Betroffen sind laut Ermittlern bis zu 20.000 Kuriere im Großraum Mailand, deren prekäre Notlage gezielt ausgenutzt worden sein soll.<BR /><BR />Der gerichtlich bestellte Verwalter wird daran arbeiten müssen, die Beschäftigungsverhältnisse der Arbeitskräfte zu regularisieren. Gegen das Unternehmen sowie gegen seinen Geschäftsführer wird ermittelt, berichteten italienische Medien am Mittwoch.<h3> Bereits Ermittlungen gegen Glovo-Tochter</h3>Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte Anfang Februar bereits die italienische Glovo-Einheit Foodinho unter gerichtliche Aufsicht gestellt. Gegen den Geschäftsführer wird wegen des Vorwurfs der Ausbeutung von Arbeitskräften ermittelt.<BR /><BR />In dem Dekret, das die gerichtliche Aufsicht anordnete, heißt es, die Fahrer seien unterhalb der Armutsgrenze bezahlt worden. Der Durchschnittsverdienst sei bei 2,50 Euro pro Lieferung gelegen, in einigen Fällen mehr als 75 Prozent unter der Armutsgrenze. Das Existenzminimum für Arbeitnehmer in Italien liegt bei 1.245 Euro im Monat.<BR /><BR />Der Fall ist beispielhaft für die Auseinandersetzungen um die Arbeitsbedingungen in der sogenannten Gig-Economy, bei der Aufträge über Online-Plattformen kurzfristig an oft scheinbar selbstständige Arbeitskräfte vergeben werden.<BR /><BR />Für den kommenden Samstag haben die Lieferboten zu einem nationalen Aktionstag in Italien aufgerufen.