<BR />Longevity – die Langlebigkeit. Ein Begriff, der immer öfter zu hören ist, jedoch oft missverstanden wird. Wer glaubt, es gehe um die Suche nach dem ewigen Leben oder dem legendären Jungbrunnen, liegt falsch – von einigen exzentrischen Milliardären einmal abgesehen. „Bei Longevity geht es grundsätzlich darum, möglichst lange gesund zu leben – bis zum letzten Atemzug“, erklärt Manuela Irsara, Verantwortliche für präventive Gesundheit bei IDM Südtirol. Man zielt also darauf ab, die Lebensqualität so lang wie möglich hochzuhalten – beschwerde- und schmerzfrei. <BR /><BR /> Ein Blick auf die Bevölkerung zeigt den Bedarf: Zwar wird die Gesellschaft immer älter, doch den „Herbst des Lebens“ verbringen viele Menschen gezeichnet von Krankheiten. Etwa zwei Drittel der Menschen ab 65 Jahren leiden unter mindestens einer chronischen Erkrankung, wie das Robert-Koch-Institut in einer Studie erhoben hat.<h3> Ein Milliardengeschäft</h3>Die Kunst des gesunden Alterns ist daher längst kein Nischenthema mehr, sondern ein wachsender Markt. Weltweit werden Millionen in die Forschung investiert, um die biologischen Uhren zu verstehen. Dabei dreht sich alles um die zwölf „Hallmarks of Aging“, die Kennzeichen des Alterns, und wie man diese durch Wirkstoffe und Therapien verlangsamen kann. 2024 war die vom Global Wellness Institute definierte Wellnesswirtschaft mit 5,8 Billionen Euro Umsatz bereits mehr als viermal so groß wie die Pharmaindustrie. Bis 2029 wird mit einem jährlichen Wachstum von 7,6 Prozent gerechnet.<BR /><BR /> Und auch die Luxushotellerie hat den Trend erkannt. Immer mehr Hoteliers erweitern ihre Wellnessangebote zu Longevity-Paketen. „Während man vor 15 Jahren Wellness und Gesundheit noch getrennt betrachtet hat, erkennt man heute zunehmend, dass beide Bereiche harmonisch zusammenwirken“, so Irsara.<h3> Von Gen-Analysen bis zur Sauerstofftherapie</h3>Auch in Südtirol gibt es bereits einige Pioniere in diesem Bereich. Einer davon ist die „Villa Eden“ in Meran. Bei Ihnen gibt es ein umfassendes Longevity-Programm. <BR /><BR />An dessen Anfang steht die Diagnostik. „Im Zentrum stehen umfassende Check-ups mit Laboranalysen, Mikronährstoffdiagnostik, Herz-Kreislauf- und Stoffwechseluntersuchungen sowie – je nach Bedarf – genetische Analysen“, erklärt Geschäftsführerin Angelika Schmid. Darauf aufbauend entwickeln dann Ärzte personalisierte Programme und Therapievorschläge. Zum Einsatz kommen unter anderem Infusionstherapien, Ozon-Sauerstoff-Therapie, Detox-Konzepte sowie regenerative und zellaktivierende Behandlungen oder Maßnahmen zur Reduktion von oxidativem Stress. Ergänzt wird das medizinische Angebot durch personalisierte Ernährungsprogramme und zuletzt Erholung.<BR /><BR />Die Nachfrage nach solchen Angeboten steigt stetig, was auch auf einen Bewusstseinswandel der Gäste zurückzuführen ist, meint Schmid. „Gesundheit wird heute nicht mehr nur als Abwesenheit von Krankheit verstanden, sondern als aktives, langfristiges Investment in Lebensqualität und Leistungsfähigkeit“, so Schmid.<h3> Longevity hätte in Südtirol viel Potenzial</h3>Noch sind es einzelne Hotels, welche sich auf das gesunde Altern spezialisieren. Doch Südtirol wäre in mehrfacher Hinsicht für eine Longevity-Destination prädestiniert, meint Wolfgang Töchterle, Marketingdirektor von IDM Südtirol. „Die Voraussetzungen, die sich in Südtirol bieten, sind nahezu deckungsgleich mit den Kernanforderungen des Longevity-Segments.“ Dazu zählen etwa der alpine Naturraum, eine gute regionale Ernährung oder etwa die medizinische Infrastruktur. „Südtirol besitzt damit die Substanz für Longevity – auch wenn das Thema bislang noch nicht explizit unter der Südtirol-Marke positioniert wird“, so Töchterle.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74086249_quote" /><BR /><BR />Zugleich bringt diese Art des Tourismus auch Vorteile mit sich – sowohl für Einheimische als auch für die Hoteliers. „Für Südtirol bedeutet das zum einen, dass die lokale Bevölkerung von den entstehenden Präventions- und Gesundheitsleistungen profitieren kann. Touristisch gesehen bedeutet es eine strukturelle Aufwertung der Wertschöpfung“, erklärt Töchterle.<BR /><BR />Denn jemand, der zum Longevity-Urlaub kommt, kommt nicht einfach bloß für ein Wellnesswochenende. Er bleibe länger und bringe eine entsprechend hohe Zahlungsbereitschaft mit. Und zudem sei man saisonunabhängig, erklärt Töchterle. <BR /><BR />Noch existiert keine strategische Positionierung der Marke Südtirol im Bereich Longevity. Derzeit beschränkt man sich darauf, vor allem Hoteliers bei der Angebotsentwicklung zu unterstützen. „Wir arbeiten jedoch daran, im nächsten Jahr breiter zu starten“, so Töchterle.