Die Sanierungsarbeiten an der Luegbrücke, die seit dem 1. Januar normalerweise pro Fahrtrichtung nur noch eine Spur für den Verkehr freigeben, haben eine drastische Verschärfung der ohnehin schon angespannten Verkehrssituation zur Folge: „Kilometerlange Staus in den Tagesstunden auf der Brennerautobahn und der angrenzenden Staatsstraße sind inzwischen tägliche Realität“ so die Handelskammer Bozen in einer Aussendung.<BR /><BR />Vor allem in den Nachtstunden herrscht auf der Brennerautobahn kaum Verkehr, während tagsüber der Lkw-Verkehr in den wenigen erlaubten Zeitfenstern stark konzentriert wird, was zu einer noch höheren Belastung der Verkehrsinfrastruktur führt. Die Handelskammer Bozen fordert daher, dass das Nachtfahrverbot für Lkw vorübergehend ausgesetzt wird, um den Verkehrsfluss gleichmäßiger zu verteilen und den Stau in den Tagesstunden zu reduzieren.<BR /><BR />„Die Konzentration des Lkw-Verkehrs auf bestimmte Zeiten führt zu einer noch stärkeren Belastung in diesen Phasen. Das Nachtfahrverbot sollte vorübergehend ausgesetzt werden, um eine bessere Entzerrung des Verkehrs zu ermöglichen und die Situation zu entschärfen“, erklärt Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen.<h3> „Wettbewerbsfähigkeit Italiens gefährdet“</h3>Die Belastung betrifft insbesondere die Bevölkerung des Wipptals, die durch die Staus noch stärker in Mitleidenschaft gezogen wird. Doch auch die Südtiroler und italienische Wirtschaft leidet unter den durch die Verzögerungen verursachten zusätzlichen Kosten. Die Handelskammer weist darauf hin, dass ohne sofortige Maßnahmen zur Entlastung auch die Nahversorgung zunehmend gefährdet ist, da Lieferketten immer weiter unter Druck geraten. Auch der Tourismus wird durch die erschwerte Erreichbarkeit beeinträchtigt.<BR /><BR />„Die wachsenden Verkehrsbeschränkungen gefährden nicht nur die Logistikbranche, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit Italiens insgesamt. Unternehmen sind auf zuverlässige Transportwege angewiesen und die aktuellen Maßnahmen gefährden diese. Dies betrifft nicht nur den Handel, sondern auch die Bevölkerung, die auf die rechtzeitige Ankunft von Gütern des täglichen Bedarfs angewiesen ist“, so Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen.<h3> Lkw-Fahrverbote in Österreich</h3>Den Lkw-Verkehr beschränken zudem die am 27. Dezember von Österreich beschlossenen zusätzlichen Lkw-Fahrverbote auf der A12 Inntal Autobahn, der A13 Brenner Autobahn und der A14 Rheintal/Walgau Autobahn an allen Samstagen vom 11. Jänner 2025 bis einschließlich 15. März 2025, am Samstag, 12. April 2025 sowie an allen Samstagen vom 7. Juni 2025 bis einschließlich 27. September 2025 jeweils in der Zeit von 7 bis 15 Uhr und am Donnerstag, 17. April 2025, am Freitag, 18. April 2025, am Mittwoch, 28. Mai 2025, am Mittwoch, 18. Juni 2025 und am Donnerstag, 2. Oktober 2025 jeweils in der Zeit von 7 bis 22 Uhr.<BR /><BR />Die Handelskammer Bozen fordert daher dringend verkehrsentzerrende Maßnahmen und nachhaltige Lösungen, um die wirtschaftlichen Schäden zu verringern und die Nahversorgung sicherzustellen. Es ist notwendig, sowohl den Verkehrsfluss zu sichern als auch die negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Wirtschaft zu minimieren.<h3> Belvita Leading Wellnesshotels: „Verkehrspolitik gegen die Vernunft</h3> “<BR /><BR />Auch die Kooperationsgruppe der Belvita Leading Wellnesshotels Südtirol und andere betroffene Wirtschaftssektoren kritisieren die aktuellen Verkehrsmaßnahmen auf der Nordseite des Brennerpasses scharf. <BR /><BR />Die Verantwortlichen der Belvita-Gruppe, der rund 30 führende Hotels in Südtirol angehören, zeigen sich zutiefst enttäuscht über die Vorgehensweise der österreichischen Behörden und fordern ein Überdenken der getroffenen Maßnahmen. Sie fordern die Verantwortlichen in Österreich auf, die Situation unverzüglich zu entschärfen. <BR /><BR />Man verstehe, dass Instandhaltungsarbeiten der Brücke notwendig seien, diese sollten jedoch zeitlich alternativ gesteuert werden. Es könne nicht sein, dass die Verkehrseinschränkungen vor allem an Wochenenden Zeiteinbußen von bis zu 2 Stunden mit sich bringen, so Belvita-Obmann Paul Zimmerhofer.<h3>„Baumaßnahmen müssen mit Sperre einhergehen“</h3>Die einspurige Befahrbarkeit der Brennerautobahn ab dem 1. Januar sei absurd, da sie den freien Waren- und Personenverkehr in Europa massiv behindere, die Bauarbeiten jedoch noch lange nicht richtig starten. Die Belvita-Gruppe appelliert an die österreichischen Behörden, den ungehinderten Verkehrsfluss auf dem Brennerpass wiederherzustellen und Entscheidungen zu treffen, die sowohl den Reise- als auch den Güterverkehr fair und nachhaltig regeln. Der Brennerpass sei eine der wichtigsten Verkehrsadern Europas, und es sei inakzeptabel, dass Maßnahmen getroffen werden, die Reisende und die Tourismusbranche in Südtirol und Italien derart erheblich benachteiligen. <BR /><BR />Auch die 3-jährige Bauzeit sei in Frage zu stellen, das zu erwartende Verkehrschaos für die kommenden drei Jahre sei kaum vorstellbar und werde nicht planbare Auswirkungen haben, so die Gruppe.<BR /><BR /> Lkw-Fahrer, die während der Pandemie als unverzichtbar angesehen wurden, werden nun durch unnötige Einschränkungen und Verzögerungen bestraft. Die künstlich geschaffenen Engpässe führen zu stundenlangen Wartezeiten und überfüllteei onn Rastplätzen, was zudem ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko darstelle.<h3>Nachtfahrverbot aufheben</h3>Ein wesentlicher Kritikpunkt ist in der Folge auch das Nachtfahrverbot für Lkw, das die Verkehrslage tagsüber verschärft. Die Belvita-Gruppe fordert – wie auch die Handelskammer Bozen – eine sofortige Aufhebung dieses Verbots, um den Verkehr tagsüber zu entzerren und dadurch sowohl den privaten Reiseverkehr als auch den Gütertransport zu entlasten.