Freitag, 1. April 2022

Lun: „Die Preise könnten noch weiter ansteigen“

Die Inflation in Italien ist im März auf dem höchsten Stand seit der Euro-Einführung gestiegen: auf 7 Prozent. Dies könnte aber noch nicht das Ende der Preissteigerungen sein, sagt Wifo-Direktor Georg Lun.

Ein Ende der Preissteigerungen ist derzeit nicht in Sicht. - Foto: © Shutterstock

Von:
Arnold Sorg
Es sind vor allem die explodierenden Energiekosten, die die Preise seit Wochen ansteigen lassen. Grund ist der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Gasknappheit.

Auch wenn die italienische Regierung am Donnerstag beschlossen hat, die Preise für Strom und Gas ab April um 10 Prozent zu senken: „Der Staat kann nicht die hohen Kosten für die Bürger im gesamten Umfang auffangen“, sagt Wifo-Direktor Georg Lun zu STOL.

Aufgrund der hohen Energiekosten ist die Inflation in Italien im März auf 7 Prozent i gestiegen – das ist die höchste Rate seit Einführung des Euro im Jahr 1999.

Diesen Zweitrundeneffekt können wir teilweise ja schon bei den teurer werdenden Lebensmitteln beobachten.
Georg Lun, Wifo-Direktor



Doch damit könnte noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein, wie Lun sagt: „Die hohen Energiekosten sind der Erstrundeneffekt.“ In der Fachsprache bedeutet dies, wie sich Preisänderungen einzelner Produkte oder Dienstleistungen in der allgemeinen Preisentwicklung niederschlagen.

Nun komme aber der Zweitrundeneffekt, so Lun. Dies bedeutet, dass auch all jene Produkte, die mit Energie hergestellt werden, infolge der steigenden Energiepreise teurer werden. „Diesen Zweitrundeneffekt können wir teilweise ja schon bei den teurer werdenden Lebensmitteln beobachten.“

Wenn man sich die Lage in der Ukraine anschaut, dann sieht es nicht so aus, dass es bald zu einer Beruhigung kommt und in der Folge auch nicht so schnell zu sinkenden Preisen.
Georg Lun, Wifo-Direktor



Und ein Ende der Preissteigerungen ist derzeit nicht in Sicht: „Der russische Präsident Wladimir Putin setzt Europa mit verschiedenen Maßnahmen unter Druck, etwa mit der Maßnahme, dass man russisches Gas mit Rubel zahlen soll“, sagt Lun. Dies habe zur Folge, dass noch weniger Gas aus Russland geliefert werde, dass die Sanktionen verschärft werden und dass die Preise in der Folge noch weiter nach oben gehen.

Wann aber ist ein Ende der steigenden Preise in Sicht? So schnell sicher nicht, glaubt Lun. „Wenn man sich die Lage in der Ukraine anschaut, dann sieht es nicht so aus, dass es bald zu einer Beruhigung kommt und in der Folge auch nicht so schnell zu sinkenden Preisen.“

sor

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