Mit einem Aktionsplan soll die alarmierende Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden, die mittlerweile in vielen europäischen Staaten als zentrales Problem gilt. Rund 60 Milliarden Euro wird die Europäische Investitionsbank (EIB) für Ausbildung, Anstellungen und Lehrstellen bis 2020 zur Verfügung stellen.Neben Kapitalhilfen für kleine und mittlere Unternehmen durch zinsbegünstigte Kredite soll das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung europaweit verbreitet werden.„In Südtirol gibt es im Gegensatz zu vielen anderen EU-Ländern ein sehr effizientes Ausbildungssystem, das die Jugendlichen auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes sehr gut vorbereitet“, erklärt LVH-Präsident Gert Lanz.Wenn der Stellenwert der beruflichen Bildung europaweit verstärkt werden soll, müsse die Berufsausbildung als gleichwertige Säule zur Hochschulbildung ausgebaut werden, so Lanz.Dazu müssten allerdings ein besseres Image, mehr Praxisnähe und auch Durchlässigkeit zur Hochschule geschaffen werden.Eine unverzichtbare Voraussetzung zur europaweiten Aufwertung und Qualitätsverbesserung der beruflichen Bildung sei auch die stärkere Einbeziehung der Unternehmen.„Um die Einstellung von Lehrlingen und die Jugendbeschäftigung insgesamt zu fördern, bedarf es an einer klaren politischen Bereitschaft der Regierungen, neue Rahmenbedingungen und finanzielle Anreize für Unternehmen zu schaffen“, fordert Lanz.Praktische Bildungschancen nutzenDer LVH weist auch auf die Notwendigkeit von Fachkräften hin: „Nur bestens ausgebildete junge Menschen werden in Zukunft Arbeitsplätze bekommen. Der Weg aus der Arbeitslosigkeit ist daher in hohem Maß eine Bildungs- und Qualifikationsfrage“, betont LVH-Direktor Thomas Pardeller.Ein Vergleich unter den EU-Ländern zeige, dass Staaten mit dem dualen Ausbildungsmodell eine höhere Jugendbeschäftigung aufweisen. „Das ist der Kern der Südtiroler Wirtschaft, die in hohem Maß auf Facharbeit aufgebaut ist“, so Pardeller.Für die Zukunft müssten aber bildungspolitische Strategien erarbeitet werden, die Maßnahmen, Instrumente und Konzeptionen beinhalten, die das künftige Fachkräftepotential für das Handwerk sicherstellen.„Wir müssen uns noch stärker mit spezialisierten Fachausbildungen auf die Nischenmärkte vorbereiten“, betont LVH-Vizepräsident Ivan Bozzi.