Die Vertreter im Generalrat konnten dem Maßnahmenpaket insgesamt wenig Positives abgewinnen.Die Sorge einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation für die Kleinst- und Kleinbetriebe ist groß bei den Handwerkern. „Viele der Maßnahmen kommen entweder den Großbetrieben oder den Neugründern zugute“, befürchten die Generalräte. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen solle das Land die bestehenden Betriebe stärken und nicht neue Betriebsgründungen fördern. In diesem Zusammenhang stößt die geplante IRAP-Senkung für neue Unternehmen, insbesondere für Neuansiedlungen, auf Unverständnis und wird als große Ungerechtigkeit empfunden. „Man schafft damit unlauteren Wettbewerb und bestraft die bestehenden Unternehmen, die ohnehin bereits eine zu hohe Steuerlast schultern müssen“, erklärt der Präsident des LVH, Gert Lanz. Der Generalrat des LVH fordert eine IRAP-Senkung für alle Betriebe im gleichen Ausmaß. „Für die Betriebe ist jede steuerliche Entlastung, auch wenn sie noch so gering ist, eine Hilfe“, sind die Generalräte überzeugt. Durch eine IRAP-Senkung für alle Betriebe könne das Wirtschaftswachstum wieder angekurbelt werden, so der Tenor des Generalrats. In der Stärkung des Rotationsfonds und Garantiefonds sehen die Handwerker ein großes Potential für zukünftige Fördermaßnahmen. Die Landesregierung müsse die Maßnahmen so setzen, dass sie bei den Betrieben ankommen, fordern die Generalräte. Die Stärkung der beiden Fonds käme letztendlich auch dem Land selbst zugute. Die Betriebe könnten diese Gelder nutzen um ihre Investitionen zu tätigen, zahlen sie anschließend wieder an das Land zurück und das Geld kann wieder neu verliehen werden. „Angesichts eines jährlich knapper werdenden Haushaltes sehen wir dies als zielführende und nachhaltige Maßnahmen zur Stärkung der Südtiroler Wirtschaft“, so Gert Lanz. Auch der Maßnahme "Braun vor Grün" stehen die Handwerker sehr skeptisch gegenüber. Zum einen befürchten sie eine Förderung der Spekulationsgeschäfte, zum anderen sei dieser Vorschlag nicht im Sinne der, auch von der Landesregierung geforderten Stärkung der lokalen Kreisläufe.Wolle man die lokale Wirtschaft stärken, müssten die Fördermöglichkeit für Neubauten beibehalten werden, zumindest in der Peripherie und allen voran in den abwanderungsgefährdeten Gemeinden, verlangen die Handwerker. Die Generalräte fordern die Landesregierung auf, die eingebrachten Vorschläge zu berücksichtigen und die Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung so zu setzen, dass sie allen Betrieben zugute kommen und letztendlich einen Wirtschaftsaufschwung generieren.