Mittwoch, 03. Februar 2021

lvh: „Gezielte Maßnahmen, ohne Wirtschaft zum Erliegen zu bringen“

Im Rahmen des Online-Meetings mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und den Sozialpartnern wurden am Mittwoch verschiedene Maßnahmen diskutiert, welche die Infektionszunahmen einbremsen sollen. Konkrete Vorschläge hat auch der lvh eingebracht.

: lvh-Präsident Martin Haller.
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: lvh-Präsident Martin Haller. - Foto: © Florian Andergassen
Ein harter Lockdown für Südtirol, um die Infektionszahlen zu senken? Die Meinungen der Sozialpartner dazu gehen auseinander. Am Mittwochmorgen haben Landeshauptmann Arno Kompatscher und die Sozialpartner erneut über Maßnahmen diskutiert, welche schon am Wochenende in Kraft treten könnten. Ein komplettes Herunterfahren aller wirtschaftlichen Tätigkeiten sieht die lvh-Spitze nicht zielführend.

„Ich glaube, dass wir nach einem Jahr Corona so viel Erfahrung gesammelt haben, dass gezielte Maßnahmen möglich sind, ohne die Wirtschaft zum Erliegen zu bringen. Covid-19 wird uns voraussichtlich noch eine ganze Weile begleiten. Mit monatelangen Kontakt- und Arbeitssperren werden wir das Problem nicht lösen. Im Gegenteil: Dann haben wir andere Schwierigkeiten, die existenzieller Natur sind und dessen Folgen wage ich mir gar nicht auszudenken. Das Land Südtirol ist mittlerweile gut und relativ schnell imstande, Infektionsherde zu identifizieren und zu isolieren. Wir sollten verstärkt in diese Richtung arbeiten, auch wenn dies bedeutet weitere Auflagen in Kauf zu nehmen“, unterstreicht lvh-Präsident Martin Haller.

„Hilfreich wäre intensivere Analyse der Ansteckungsherde“


Entsprechend hat sich der lvh gegen eine sektorenübergreifende Schließung in den nächsten Wochen ausgesprochen. Stattdessen schlug Haller vor: „Es sollte uns gelingen, noch mehr zu testen, vor allem in den Schulen, wo es leider immer wieder Neuansteckungen gibt. Hilfreich für eine fruchtende Sensibilisierung der Menschen wäre eine intensivere Analyse der Ansteckungsherde und Ansteckungsmomente. Weiters möchte ich an das Verantwortungsbewusstsein eines jeden Einzelnen appellieren: Vermeiden wir große Menschenansammlungen auch in der Freizeit und private Zusammentreffen. Leider gibt es in diesen Bereichen die größten Ansteckungsgefahren.“

Haller fordert gleichzeitig auch Unterstützung für jene Sektoren, die es besonders hart getroffen hat: „Die Umsatzeinbußen einiger Wirtschaftssektoren, insbesondere im Tourismus und im Handel, sind besonders groß. Hier sind Land und Staat gefordert, die Unternehmen aufzufangen und ihnen entsprechende Hilfspakete anzubieten. Jeder Sektor ist ein Teil des großen Südtiroler Wirtschaftsgefüges, das direkt oder indirekt miteinander verbunden ist. Entsprechend sollten wir uns auch dafür einsetzen, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten und damit das (Über)leben aufrechterhalten werden kann.“

stol