Der LVH-Generalrat, das höchste Gremium des Verbandes, hat sich deshalb in seiner gestrigen Sitzung ausgiebig mit dem Thema IMU befasst. Dabei wunderte man sich, dass es in der öffentlichen Diskussion in Südtirol hauptsächlich darum gehe, ob und wie viel die Bauern an IMU zahlen müssen. „Die Südtiroler Landespolitik beschäftigt sich mit der Landwirtschaft, über das Handwerk aber diskutiert niemand“, bemängelt LVH-Präsident Gert Lanz. Dies sei auch verwunderlich, weil die Landwirtschaft nur für einen kleinen Teil des IMU-Steueraufkommens verantwortlich sei. Den Löwenanteil der IMU müssten Wirtschaft und Private tragen. „Warum diskutiert die Politik über die zehn Prozent IMU-Abgaben durch die Bauern und nicht über die restlichen 90 Prozent, die zum Großteil von der Wirtschaft geschultert werden müssen? Dieser Anteil wird anscheinend als gottgewollt hingenommen“, so der LVH-Präsident.Gemeinden sind gefordertWenn nun, wie es scheint, die IMU tatsächlich kommt, dann seien vor allem die Gemeinden gefordert. „Die Gemeinden müssen versuchen, ihren Anteil an der IMU möglichst klein zu halten“, erklärt Lanz. Dies sei laut Lanz durch eine effiziente Ausgabenpolitik und durch eine Optimierung der Dienste in vielen Gemeinden durchaus möglich. Ebenfalls wichtig ist es laut Lanz, dass gleiche Tätigkeiten gleich besteuert werden, egal von wem sie ausgeübt werden. Eine zusätzliche BelastungDas Handwerk könne jetzt, in wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeiten, keine zusätzlichen Belastungen mehr schultern. Die IMU sei eine große Belastung für die gesamte Wirtschaft, und nicht nur für die Bauern. Die IMU-Belastung werden die Betriebslandschaft in vielen Südtiroler Gemeinden gewaltig verändern, ist sich Lanz sicher. „Der Staat, das Land, aber auch die Gemeinden, sollten sich Gedanken darüber machen, wie viele Betriebe diese zusätzliche Steuerbelastung überhaupt ertragen können.“