Gerade die Steigerung der Attraktivität des Rotationsfonds werde vom LVH als äußerst wichtig erachtet, sollte aber noch weiter ausgebaut werden.„Angesichts des knapper werdenden Haushaltes müssen die Möglichkeiten der Wirtschaftsförderungen optimal eingesetzt werden“, fordert LVH-Präsident Gert Lanz. Mit den von Landesrat Widmann präsentierten Maßnahmenvorschlägen zeigt er sich nur teilweise einverstanden. Gerade im Rotationsfond bestehe großes Potential für zukünftige Fördermaßnahmen und das für alle Investitionen. Auch die Stärkung der Garantiegenossenschaften, wie vom Landesrat vorgeschlagen, sei für ein gesundes zukünftiges Wirtschaftswachstum entscheidend. Die Aufstockung des Rotationsfonds und die Unterstützung der Garantiegenossenschaften seien wesentlich wirksamer, als die Einführung einer Liquiditätsbeschaffung durch Lease-back. Bevorschussung offener RechnungenEine weitere Alternative sei die Bevorschussung offener Rechnungen nach dem Rotationsfondprinzip über die Garantiegenossenschaften, so Lanz.Der Vorschlag von Widmann sehe vor, dass die Förderung von Gewerbeimmobilien sich primär auf bereits bestehende Immobilien und deren Sanierung konzentriere. Es sei verständlich, dass angesichts der 140 leerstehende Gewerbeimmobilien in der Hauptstadt die Politik Maßnahmen setzten wolle, „jedoch wäre es besser, wenn der Markt selbst darauf reagieren würde“, so Lanz. Im Wirtschaftsleben bestimmten üblicherweise Angebot und Nachfrage den Preis. „Die vielen leerstehenden Gewerbehallen wurden durch die Tremonti-Begünstigungen und zum Teil auch durch Landesförderungen realisiert. Eine erneute Förderung dieser Objekte durch die öffentliche Hand wird die Verkaufspreise künstlich in die Höhe treiben“, befürchtet der LVH-Präsident.Investitionsförderungen für PeripherieUm Abwanderung aus ländlichen Gebieten zu verhindern, müssten Investitionsförderungen vor allem in der Peripherie auch in Zukunft möglich sein, fordert der LVH.Die Befreiung von neu angesiedelten oder neu gegründeten Unternehmen von der Wertschöpfungssteuer IRAP sei eine Diskriminierung der bereits bestehenden Betriebe, die ohnehin bereits einer enormen Steuerdruck ausgesetzt seien. Der LVH wünscht sich deshalb die Reduzierung des IRAP-Steuersatzes für alle Betriebe. Einen Effekt des Preisanstiegs auf die Miete wird es laut dem Handwerkerverband durch die Einführung von Mietzuschüssen für neue Utnernehmen geben. „Auf jegliche Fördermaßnahmen reagiert der Markt besonders schnell“, warnt LVH-Direktor Thomas Pardeller, "dies beweist auch die Problematik der hohen Mietpreise im Wohnbau". Grundsätzlich sollten laut LVH Beiträge für Existenzgründer und neue Unternehmen an Voraussetzungen wie einen Meisterbrief oder den Abschluss eines entsprechenden Kurses gebunden sein. Risikokapitalfonds gut, aber…Die Schaffung eines Risikokapitalfonds wird vom LVH begrüßt, allerdings, so der LVH-Präsident, müsse der Zugang für Kleinst- und Kleinbetriebe im Sinne des Small Business Act gewährleistet sein. Dasselbe gelte für die Exportförderung. Großes Potential sieht der LVH in der Förderung von Export-Kooperationsgenossenschaften.Aber auch die vielen Zulieferbetriebe aus dem Handwerk, die maßgeblich an der Produktion des Exportproduktes beteiligt seien, dürften bei der Förderung der exportstarken Unternehmen nicht vergessen werden. Die Stärkung der Nahversorgung durch Betriebskostenzuschüsse zur Absenkung der Fixkosten ist für den LVH zentral. In Südtirol gab es in den vergangenen Jahren einen merklichen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Aus diesem Grund befürwortet der LVH, dass Betriebe dazu motiviert werden sollen, Lehrlinge einzustellen. „Die Unterstützung dafür sollte vonseiten der Politik kommen und nicht nur finanzieller Natur sein“, meint der LVH-Präsident. Positiv bewertet wird auch die Förderung der Betriebsnachfolge und somit die Absicherung des Fortbestandes der unzähligen Familienbetriebe im Südtiroler Handwerk.