Mittwoch, 31. Januar 2018

lvh-Präsident Lanz: „Uns reicht‘s!“

Mit großer Enttäuschung hat am Mittwoch der Landesverband der Handwerker auf die Zusammenlegung der Ämter Handwerk und Industrie reagiert. „Klarer könnte man die geringe Wertschätzung gegenüber dem Handwerk nicht zum Ausdruck bringen“, kritisierte lvh-Präsident Gert Lanz.

Gert Lanz ist eigentlich nicht zum Lächeln zumute.
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Gert Lanz ist eigentlich nicht zum Lächeln zumute.

Das Südtiroler Handwerk habe gerade in den letzten Jahren Stärke bewiesen. In der wirtschaftlich schwierigen Phase seien kaum Mitarbeiter entlassen oder Betriebe geschlossen werden. Im Gegenteil: das Handwerk habe sich als ziemlich krisenresistent erwiesen und konnte sowohl Ausbildungs- als auch Arbeitsplätze erhalten, hält Lanz am Mittwoch fest.

Lanz: „Sorgen werden unter den Tisch gekehrt“

„Grund hierfür sind die kleinen Strukturen, die das Handwerk flexibel und kurzfristige schnelle Reaktionen auf Veränderungen möglich machen“, erklärt Lanz. Eine Reihe von Veränderungen stünden dem Handwerk – vor allem hinsichtlich der Digitalisierung – auch in Zukunft noch bevor. „Diesen Herausforderungen stellen wir uns gern. Nicht nachvollziehen können wir allerdings, dass die Sorgen und Bedürfnisse des Handwerks zukünftig wohl unter den Tisch gekehrt werden“, ärgert sich der lvh-Präsident.

Lanz droht mit Rücktritt

Mit der Zusammenlegung der beiden Ämter Handwerk und Industrie könnten die so unterschiedlichen Interessen und Notwendigkeiten nämlich nicht mehr berücksichtigt werden.

„Das gesamte Südtiroler Handwerk, immerhin einer der stärksten Wirtschaftspfeiler im Land mit über 13.000 Betrieben und mehr als 43.000 Beschäftigten, ist enttäuscht über die geringe Wertschätzung unseres Sektors. Ich persönliche überlege, meine Ämter in den Landesgremien niederzulegen, denn: Was bringt es, sich für das Handwerk einzusetzen, wenn wir ohnehin keinen Stellenwert im Land haben“, so der Verbandspräsident.

stol

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